UBS-Präsident Weber erwartet Digitalwährungen von Notenbanken

UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber erwartet, dass Zentralbanken künftig eigene Digitalwährungen ausgeben würden. "Ich denke, die erste digitale Währung wird aus Asien kommen", sagte Weber am Mittwoch an einer Veranstaltung in Zürich.
04.10.2017 17:15

Die Bitcoin zugrunde liegende "Distributed ledger"-Technologie, aber auch Künstliche Intelligenz und weitere Technologien dürften seiner Meinung nach das Bankengeschäft und die Bankarbeitsplätze verändern.

Gegenüber Bitcoin selbst sei er als ehemaliger Zentralbanker skeptisch, räumte Weber ein. So weise die Währung keinen intrinsischen Wert auf und eigne sich seines Erachtens deshalb nicht als Wertaufbewahrungs-Mittel, sagte er an seinem Referat am Mittwoch am Jahrestreffen des "Swiss Finance Institute" in Zürich.

Anders verhalte es sich mit Bitcoin in der Rolle als Transaktions-Mittel: Dort weise die Digitalwährung deutliche Vorteile etwa gegenüber Bargeld aus. Der "Blockchain"- respektive "Distributed ledger"-Technologie attestierte der UBS-Präsident grosse Chancen. Die Art der Aufbewahrung von Daten schaffe eine sehr hohe Transparenz.

So könnten dank der Technologie etwa auch Uhren, Diamanten oder Kunstwerke "tokenisiert" werden. Die UBS setze allerdings nicht - wie Bitcoin und weitere Digitalwährungen - auf öffentliche sondern auf private Blockchains mit beschränktem Zugangskreis.

Zu einem grossen Thema für die Bankenwelt werden nach Meinung von Weber auch die Fortschritte in der künstlichen Intelligenz (AI) - auch wenn es derzeit einen gewissen "Hype" um das Thema gebe. So könne man heute Maschinen auf bestimmten engen Anwendungsgebieten sehr gut für gewisse Aufgaben "trainieren".

Der UBS-Präsident nannte etwa die Entdeckung von Mustern in Preisentwicklungen, aber auch bei der Aufdeckung von betrügerischem Verhalten und weitere Anwendungsgebiete.

Online-Händler wie Amazon könnten auch dank dem Einsatz von AI und "Big Data" sehr gut vorhersagen, welche Produkte ein Kunde bestellen werde. Dabei wisse Amazon nur, was ein Kunde beim Unternehmen bestellt habe.

"Die Banken haben wahrscheinlich die grössten Datenbanken", sagte Weber. Heutzutage seien Banken sehr zurückhaltend beim Gebrauch der grossen Datenmengen. Allerdings teilweise auch zu Recht, wie er einräumte. Denn der Kunde dürfe nicht das Gefühl haben, von der Bank überwacht zu werden.

(SDA)