Umfrage: Die Mehrheit der Gemeinden feiert den 1. August öffentlich

Die meisten Gemeinden halten eine Bundesfeier ab. Lediglich 13 Prozent verzichten auf das öffentliche Fest, wie eine Umfrage des Gemeindeverbandes zeigt. Die meisten Kommunen müssen am Fest auch nicht sparen - gekürzt wird höchstens beim Feuerwerk.
28.07.2017 11:18

Der Schweizerische Gemeindeverband veröffentlichte die Ergebnisse seiner Online-Umfrage in seinem Organ "Schweizer Gemeinde". 2254 Gemeinden wurden angefragt, 910 nahmen teil.

119 der antwortenden Gemeinden haben die öffentliche Bundesfeier abgeschafft. Begründungen waren zu wenig Interesse der Einwohnerinnen und Einwohner, am Fest teilzunehmen, ein Mangel an Helfern für die Organisation oder die Grösse der Gemeinde.

43 Gemeinden - 5 Prozent - meldeten Streichungen beim Festbudget in den letzten Jahren. Sie begründeten dies mit allgemeinem Spardruck und viele gaben an, bei der Verpflegung zu sparen. Einige Gemeinden organisieren die Feier gemeinsam mit Nachbarorten oder lassen private Betriebe oder Vereine das Fest durchführen.

34 Gemeinden - 4 Prozent - dagegen erhöhten das Fest-Budget. Es sei wichtig, zu zeigen, wie schön es die Menschen in der Schweiz hätten und dass die Gründer und Vorfahren gute Arbeit geleistet hätten, liess sich dazu die Simmentaler Gemeinde St. Stephan BE zitieren.

Musik, politische Ansprache, Lampions, Landeshymne und Wurst vom grossen Grill: So identisch sind die Feiern laut der Umfrage nicht mehr. Aus Rücksicht auf das Privatleben am freien Tag finden in 19 der antwortenden Gemeinden die Bundesfeiern am Vorabend des 1. August oder am Vormittag des Nationalfeiertages statt.

Gewisse Gemeinden feiern den 1. August nur jedes zweite Jahr öffentlich oder wechseln untereinander beim Organisieren ab. An Stelle von Politikern sprechen vielerorts junge Menschen, Künstler oder Prominente zur Festgemeinde. Jungbürgerfeiern oder Ehrungen von Persönlichkeiten aus dem Ort können weitere Programmpunkte sein.

Gespart wird hingegen am Feuerwerk, aber nicht immer aus finanziellen Gründen. In Wetzikon im Zürcher Oberland zum Beispiel wurde das Feuerwerk aus Rücksicht auf Umwelt und Tiere gestrichen. In Frauenkappelen BE wiederum haben es die Bürger in der Hand, wie gross ihr Feuerwerk wird: Es wird mit privaten Spenden bezahlt.

In touristischen Gemeinden - etwa Zermatt VS, Sörenberg LU oder Klosters GR - hat die Bundesfeier laut der Umfrage eine grosse Bedeutung. Um die Organisation kümmern sich die lokalen Tourismus-Verbände.

(SDA)