Umfrage - SNB dürfte Zinsen nicht anrühren

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte ihr Pulver bei der für Donnerstag geplanten Zinsentscheidung trocken halten und nicht an den Negativzinsen rütteln.
13.03.2017 14:51
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank in Bern Mitte 2016.
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank in Bern Mitte 2016.
Bild: cash

Sämtliche der 41 von Reuters befragten Analysten erwarten für den Referenzzins (3-Monats-Libor) eine unveränderte Bandbreite von minus 0,25 bis minus 1,25 Prozent. Der Strafzins, den Banken für ihre Einlagen bei der Zentralbank zahlen müssen, dürfte in der Mitte dieser Bandbreite bei minus 0,75 Prozent bleiben. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Reuters-Umfrage hervor.

Die Notenbank will den aus ihrer Sicht überbewerteten Franken mit den Negativzinsen für Investoren unattraktiv machen. Zudem interveniert sie bei Bedarf am Devisenmarkt, um die Währung zu schwächen. Gerade in den vergangenen Wochen musste die SNB von dieser Möglichkeit verstärkt Gebrauch machen: Denn viele Investoren fürchten bei den anstehenden Wahlen in Europa ein Erstarken europafeindlicher Parteien und damit ein weiteres Auseinanderdriften der Euro-Zone. Der Euro geriet daher zuletzt unter Druck und der Franken legte zu. Die SNB steuerte nach Einschätzung von Experten gegen und gab hohe Beträge für Interventionen aus. Damit war sie auch erfolgreich: Am Montag sackte der Franken zum Euro vorübergehend auf den niedrigsten Wert seit mehr als drei Monaten: Ein Euro kostete 1,0825 Franken.

Entspannung nach Frankreich-Wahlen

Analysten rechnen mit einer Entspannung nach den französischen Wahlen, deren Endergebnis im Mai vorliegen dürfte. "Wir erwarten, dass der Aufwärtungsdruck auf den Schweizer Franken nach den französischen Wahlen abnimmt. Daher denken wir, dass die SNB im weiteren Jahresverlauf nicht stark in die Währungsmärkte eingreifen muss", erklärte Alexis Koerber vom Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel.

Rückenwind erhält die SNB auch durch die EZB: Sie hatte vergangene Woche erklärt, die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung in der Euro-Zone habe sich verringert. Das ist Wasser auf die Mühlen der SNB, die stets darauf bedacht ist, dass ihre Zinsen tiefer sind als jene in der Euro-Zone. Dort liegt der Leitzins bei null Prozent. Zudem wird am Markt eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed erwartet, was den Dollar für Investoren attraktiver macht.

(Reuters)