Unangemeldete Kontrolle: Keine Missstände bei Thurgauer Schafhalter

Nach Vorwürfen des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) gegen einen Thurgauer Schafhalter haben die Behörden eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. Missstände wurden nicht entdeckt. Kritik gibt es am Vorgehen des VgT.
17.10.2018 10:33

Am Dienstagnachmittag habe das Thurgauer Veterinäramt, begleitet durch Staatsanwaltschaft und Polizei, auf dem Hof eines Schafhalters aus Herrenhof eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt, teilte die Thurgauer Staatskanzlei am Mittwoch mit.

Die Behörden reagierten damit auf eine Anzeige, die der Verein gegen Tierfabriken (VgT) am Montag gegen den Schafhalter eingereicht hatte. Am Dienstag informierte der VgT unter anderem auf seiner Facebook-Seite über die Vorwürfe und untermauerte sie mit einem Video aus anonymer Quelle: Der Landwirt soll Schafe durch den Stall geworfen und sie mit Tritten und einem Knüppel misshandelt haben.

Bei der Kontrolle seien keine Missstände festgestellt worden, teilten nun die Behörden mit. Der Tierhalter habe offen informiert und sich kooperativ gezeigt. Sowohl der Betrieb als auch der Zustand der Schafe seien überprüft worden. Weder eine Gefährdung des Wohlergehens der Tiere noch Anzeichen von Tierquälerei wurden festgestellt.

Die Forderungen des VgT nach einem sofortigem Totaltierhalteverbot und einer Beschlagnahmung der Tiere seien nicht gerechtfertigt. "Ob sich der Tierhalter strafrechtlich etwas hat zu Schulden kommen lassen, werden die weiteren Abklärungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen."

Die Veröffentlichung einer Anzeige nur wenige Stunden nach der Einreichung erschwere "die Beweissicherung in jeglicher Hinsicht", heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem führe die Publikation zu einer übereilten öffentlichen Vorverurteilung mit existenzbedrohenden Konsequenzen für den Tierhalter. In einem Rechtsstaat gelte bis zu einem rechtskräftigen Entscheid die Unschuldsvermutung

(SDA)