UNO fordert irakische Konfliktparteien zu Deeskalation auf

Der UNO-Sicherheitsrat hat im Nordirak-Konflikt zur Deeskalation aufgerufen. In einer einstimmigen Erklärung appellierten die 15 Mitgliedstaaten an die Parteien, sich "jeder Drohung und Gewaltanwendung zu enthalten und sich auf einen konstruktiven Dialog einzulassen".
19.10.2017 00:35

Die irakischen Regierungstruppen hatten vor dem Appell des UNO-Sicherheitsrats vom Mittwoch mitgeteilt, in nur 48 Stunden praktisch alle Gebiete wieder eingenommen zu haben, die die Kurden seit 2003 unter ihre Kontrolle gebracht hatten, vor allem in der ölreichen Provinz Kirkuk.

Die Kurden hatten die Stadt Kirkuk und umliegende Gebiete im Juni 2014 unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem die irakische Armee vor der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Flucht ergriffen hatte. Offiziell gehörte die Region weiter zu Bagdad.

Die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalregierung in Erbil waren nach dem Referendum der Kurden vom 25. September eskaliert, bei dem diese fast geschlossen für die Unabhängigkeit stimmten.

Als Reaktion darauf starteten die irakische Armee und verbündete schiitische Milizen eine Offensive, um die Kurden aus Kirkuk zu verdrängen. Kirkuk liegt nicht in der autonomen Kurdenregion, hatte jedoch an dem Unabhängigkeitsreferendum teilgenommen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte das Referendum abgelehnt. Am Mittwoch bekräftigte er in seiner Erklärung die Bedeutung einer Einheit des Irak.

(SDA)