UNO ruft Geldgeberstaaten zu Unterstützung der Rohingya auf

An einer Geberkonferenz für die Rohingya-Flüchtlinge hat die UNO zur Finanzierung der Nothilfe aufgerufen. Zugleich forderte sie eine Lösung der Ursachen, welche zur Flucht von hunderttausenden Menschen der muslimischen Roingya-Minderheit Myanmars führten.
23.10.2017 12:25

"Wir benötigen mehr Geld, um den Rhythmus der Hilfeleistung beibehalten zu können", sagte UNO-Nothilfe-Koordinator Mark Lowcock am Montag in Genf zu Beginn der Konferenz.

Rund 580'000 Rohingya sind laut UNO seit dem 25. August aus dem vorwiegend buddhistischen Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Sie werden in ihrer Heimat verfolgt und sind nach eigenen Angaben vor Mord und Totschlag geflohen. Myanmar bestreitet ethnische Säuberungen. Die UNO braucht für die Nothilfe in den kommenden sechs Monaten 434 Millionen Dollar.

Bangladesch hat nach eigenen Angaben inzwischen fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar aufgenommen. Dies sei ein unhaltbarer Zustand, sagte der Vertreter von Bangladesch bei der UNO in Genf, Shameem Ahsan. Der UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi sagte, die Ursachen der Flucht müssten beseitigt werden, unter anderem, dass den Rohingya die Staatsbürgerschaft verweigert werde.

Die Europäische Union, die die Konferenz zusammen mit Kuwait organisierte, sagte weitere 30 Millionen Euro Hilfe zu. "Die Rohingya verdienen eine Zukunft", erklärte der Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, per Video. "Wir haben die moralische Pflicht, ihnen Hoffnung zu geben." Die EU hatte bereits 21 Millionen Euro bereit gestellt.

Die Schweiz hat angesichts der humanitären Krise beschlossen, ihre Hilfe auf acht Millionen Franken aufzustocken, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Die Humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat bereits fast die Hälfte dieser Summe für die Einsätze des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR), der Internationalen Organisation für Migration (IOM), des Welternährungsprogramms (WFP) und verschiedener NGO verwendet.

Gleichzeitig erneuerte die Schweiz ihren Appell an die Regierung Myanmars, das Völkerrecht und die Menschenrechte einzuhalten. Sie fordert zudem, dass die Urheber der Gewalt gegen die Rohingya zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Glückskette hat bisher 2,3 Millionen Franken für die Rohingya-Nothilfe erhalten, wie die Stiftung mitteilte. Mit diesen Spenden wird die Glückskette Projekte ihrer Partnerhilfswerke in den Flüchtlingslagern in Bangladesch finanzieren, um die dringendsten Bedürfnisse in den Bereichen Nahrung, Unterkunft, Gesundheit, Bildung und Schutz zu decken.

(SDA)