Ursache der Explosion in New York noch immer unklar

Bei einer Explosion im New Yorker Stadtteil Manhattan sind mindestens 29 Menschen verletzt worden. Die Sicherheitsbehörden gehen nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus - wohl aber von einer "vorsätzlichen Aktion".
18.09.2016 13:31

Die Ursache der Detonation sei bisher unklar, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Samstagabend (Ortszeit). Es liege "keine glaubwürdige und spezifische" Drohung vor. Einem Behördenvertreter zufolge beteiligten sich aber Anti-Terror-Ermittler an den Untersuchungen.

"Was immer die Ursache war, die New Yorker werden sich nicht einschüchtern lassen", sagte de Blasio. Präsident Barack Obama wurde über den Stand der Ermittlungen informiert.

Wegen des 15. Jahrestages der Anschläge vom 11. September war New York gerade erst in erhöhtem Alarmzustand. Vor der UNO-Generalversammlung in der kommenden Woche sollten die Sicherheitsvorkehrungen zudem wieder verschärft werden.

Die Explosion habe gegen 20.30 Uhr Ortszeit das belebte Viertel Chelsea erschüttert, meldeten örtliche Medien. Ermittler gingen von einem selbstgebastelten Sprengsatz aus, berichtete die "New York Times". Er sei möglicherweise in oder nahe einem Müllcontainer deponiert worden.

Die Menschen seien vor allem durch umherfliegende Splitter verletzt worden. Es gebe einen Schwerverletzten. Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen und Autos beschädigt worden. Bei der Fahndung überprüfen die Ermittler nach Berichten des Senders CNN auch Aufnahmen von Sicherheitskameras in der Gegend.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden und sperrte Strassen weiträumig ab. Polizei und Rettungsdienste waren mit einem Grossaufgebot vor Ort, auch Spezialisten der Bundespolizei FBI. 24 der Verletzten wurden in Spitälern behandelt.

Wenige Blöcke von dem Ort der Explosion entfernt entdeckte die Polizei Stunden später einen verdächtigen Gegenstand. Es handle sich um einen Schnellkochtopf, aus dem Kabel ragten, die anscheinend mit einem Mobiltelefon verbunden seien, meldete CNN. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt.

Bombenexperten hätten den Gegenstand schliesslich ohne Zwischenfälle abtransportiert, teilte die Polizei auf Twitter mit. Roboter sollten ihn nun untersuchen, hiess es. Über den Inhalt des Topfes wurde zunächst nichts bekannt.

Der Fund weckte Erinnerungen an den Bombenanschlag im April 2013 auf den Boston Marathon. Dabei waren zwei mit Sprengstoff gefüllte Dampfdrucktöpfe explodiert. Als Folge wurden drei Menschen getötet sowie mehr als 250 verletzt.

Ermittler schlossen nach Medienberichten auch einen Zusammenhang zu einem Sprengsatz aus, der mehrere Stunden zuvor im Nachbarstaat New Jersey detoniert war. Es habe sich um drei miteinander verbundene Rohrbomben in einer Mülltonne gehandelt.

Sie waren demnach an einer Strecke deponiert, an der ein Rennen der Marineinfanterie mit schätzungsweise mehr als 5000 Teilnehmern stattfinden sollte. Aber nur einer der Sprengsätze sei explodiert - und das vor dem Beginn der Veranstaltung, der sich verzögert hatte. Daher sei niemand verletzt worden. Der Lauf wurde abgesagt.

Auch in diesem Fall blieb zunächst ungeklärt, wer hinter der Tat steckte und was das Motiv war.

(SDA)