US-Notenbank - Job-Boom in USA macht rasche Zinserhöhung wahrscheinlicher

Die US-Firmen haben im Februar weit mehr Jobs geschaffen als erwartet. Es entstanden 298'000 neue Stellen, wie der Arbeitsvermittler ADP am Mittwoch unter Berufung auf seine Umfrage unter Privatunternehmen mitteilte.
08.03.2017 15:46
Ein Schweisser in den USA.
Ein Schweisser in den USA.
Bild: pixabay.com

Die US-Firmen haben weit mehr Jobs geschaffen als erwartet und damit die Aussicht auf rasch steigende Zinsen erhöht. Im Februar entstanden 298'000 Privatunternehmen mitteilte. Das ist der grösste Zuwachs seit Dezember 2015. Von Reuters befragte Fachleute wurden von den starken Zahlen überrascht, denn sie hatten nur mit einem Plus von 190'000 gerechnet. Die Notenbank Fed hat für Mitte nächster Woche eine Zinserhöhung signalisiert. Als eine Voraussetzung dafür nannte Fed-Chefin Janet Yellen, dass der Arbeitsmarkt weiter rund läuft. Diese Bedingung dürfte erfüllt sein, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. "Die Zahlen bestätigen die Erwartung steigender Zinsen."

Händler sehen die Wahrscheinlichkeit dafür mittlerweile bei 91 Prozent. Die Chancen für eine weitere Zinserhöhung im Juni werden auf 50 Prozent eingeschätzt. Die ADP-Zahlen gelten als gutes Omen für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung, der neben Stellen in der Wirtschaft auch staatliche Jobs umfasst. Experten erwarten für Februar eine Zunahme der Arbeitsplätze um 190.000.

Zinserhöhung steht an

Sollte es keinen Ausreisser nach unten geben, dürfte eine Zinserhöhung nach dem Urteil vieler Experten ausgemachte Sache sein. Zuletzt hatten die Währungshüter die geldpolitischen Zügel im Dezember 2016 gestrafft. Seither liegt der Leitzins in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Die Fed strebt Vollbeschäftigung an, die bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,8 Prozent praktisch erreicht zu sein scheint.

Dass die Notenbank rasch handeln will, dürfte auch mit den Plänen des seit dem 20. Januar regierenden neuen Präsidenten Donald Trump zusammenhängen. Er will die rund laufende Konjunktur mit Steuersenkungen und Billioneninvestitionen noch stärker auf Touren bringen. Das weckt bei einigen US-Währungshütern bereits die Furcht vor einer Überhitzung der Wirtschaft. 

(Reuters)