US-Währungshüter - Aufschwung macht 2017 drei Zinsschritte nötig

Der Konjunkturaufschwung in den USA erfordert laut Notenbank-Führungsmitglied Patrick Harker ein schnelleres Tempo bei Zinserhöhungen.
12.01.2017 15:40
Dollarnoten im Druck: Werden die US-Zinsen schneller erhöht?
Dollarnoten im Druck: Werden die US-Zinsen schneller erhöht?
Bild: Pixabay

"Ich sehe drei moderate Anhebungen für dieses Jahr, vorausgesetzt, die Wirtschaft bleibt in der Spur", sagte der Chef des US-Notenbankablegers in Philadelphia am Donnerstag auf einer Veranstaltung im Bundesstaat Pennsylvania. 2016 und auch 2015 hatte die Zentralbank jeweils nur ein Mal die geldpolitischen Zügel gestrafft. Die Wirtschaft zeige nun "beträchtliche Stärke", sagte Harker.

Auch das von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) angepeilte Ziel einer Inflation von zwei Prozent werde in diesem oder im nächsten Jahr erreicht. Zudem sei am Arbeitsmarkt bereits "mehr oder weniger" ein Zustand der Vollbeschäftigung erreicht, sagte Harker. Er ist dieses Jahr in dem für die Zinspolitik entscheidenden Offenmarktausschuss stimmberechtigt.

Sein Kollege James Bullard von der Fed-Filiale in St. Louis sagte dem Sender CNBC, er sehe derzeit keinen Grund für "dramatische Zinsbewegungen". Die Fed hatte den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld zuletzt im Dezember um einen Viertelprozentpunkt auf 0,5 bis 0,75 Prozent erhöht. Sie hält angesichts der massiven Konjunkturprogramme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump schnellere Zinserhöhungen für möglich, wie aus den Protokollen der Zinssitzung hervorgeht. Harker räumte ein, dass auch er bei seinen Zinsprojektionen eventuelle Änderungen der Haushaltspolitik nicht mit einkalkuliert hat. Der am 20. Januar ins Weiße Haus einziehende Republikaner Trump hat Investitionen in die Infrastruktur, Steuersenkungen und geringere Regulierungsauflagen angekündigt. Das könnte das Wachstum zusätzlich anfachen.

(Reuters)