Verfolgung von Rohingya könnte laut UNO Völkermord darstellen

Die systematische und gewaltsame Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar könnte Völkermord sein. Dies sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, zu Beginn einer Sondersitzung des Menschenrechtsrats über die Rohingya-Krise.
05.12.2017 12:47

Mitglieder der Sicherheitskräfte Myanmars hätten sich an der Tötung von Erwachsenen und Kindern und der Vergewaltigung von Frauen und Mädchen beteiligt, sagte al-Hussein am Dienstag in Genf. Menschen seien in ihren Häusern verbrannt sowie Schulen und Moscheen zerstört worden.

Zudem sei das Leben von Rohingya in Myanmar zunehmend eingeschränkt. Mitgliedern der Minderheit würden die Staatsangehörigkeit oder Geburtsurkunden verwehrt. "Wenn man all dies betrachtet, kann irgendjemand ausschliessen, dass Elemente von Genozid vorliegen?", fragte al-Hussein.

Üblicherweise überlässt es der UNO-Menschenrechtskommissar den Gerichten zu entscheiden, ob Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorliegen. Der UNO-Menschenrechtsrat befasst sich auf Druck von Saudi-Arabien und Bangladesch mit der Krise. 626'000 Menschen sind nach UNO-Angaben seit Ende August aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen.

(SDA)