Verhaltener Optimismus bei grossen Detaillisten und Touristikern

Der Abwärtstrend im Detailhandel ist gestoppt, die wirtschaftliche Lage im Tourismus verbessert sich langsam. Das zeigt eine Analyse der Grossbank UBS. Allerdings versprühen vor allem Grossunternehmen Optimismus.
09.03.2017 09:04

So beurteilen Grossunternehmen in der Tourismusbranche im Anfangsquartal 2017 ihre wirtschaftliche Lage das erste Mal seit der Aufgabe der Wechselkursuntergrenze im Januar 2015 wieder als gut, wie die UBS am Donnerstag zu ihrem KMU-Barometer mitteilte.

Sowohl Umsatz als auch Ertragslage und Nachfrage verbesserten sich. Laut den UBS-Ökonomen wäre es allerdings zu früh, von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen. Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Tourismus klagen indes weiter über eine schlechte wirtschaftliche Lage. Die Erträge stiegen das letzte Mal Ende 2014, die Nachfrage ging im ersten Quartal dieses Jahres weiter zurück.

Auch im Detailhandel ist die Lage alles andere als rosig, allerdings schöpfen auch die Unternehmen dieser Branche langsam wieder Mut. Zwar beurteilten die meisten Detaillisten ihre wirtschaftliche Lage immer noch als schlecht, jedoch habe bei den Grossunternehmen und KMU der Abwärtstrend gestoppt werden können, schreibt die UBS. Vor allem die Grossunternehmen zeigten sich optimistisch bezüglich künftiger Umsätze.

Im ganzen Dienstleistungssektor schätzen Grossunternehmen ihre Lage wieder deutlich besser ein als noch Mitte des letzten Jahres. Bei den KMU bleibt die Lageeinschätzung unverändert.

Weiter unter Druck sind die Industrieunternehmen. Das Barometer der Industrie-KMU fiel von Oktober 2016 bis Januar 2017 von minus 0,16 auf minus 0,38 Punkte. Das Barometer der Grossunternehmen sank mit 0,33 Punkten auf minus 0,56 Punkte noch stärker. Beide Werte liegen unter dem langjährigen Schnitt.

Vor allem schwächere Bestellungseingänge und Produktionsniveaus machen den Firmen zu schaffen. Das könnte auch zu weiterem Stellenabbau führen: Sowohl Grossunternehmen als auch KMU bezeichnen ihr aktuelles Beschäftigungsniveau als zu hoch.

(SDA)