Viele Industrie-KMU kämpfen ums Überleben

Mehr als die Hälfte der kleinen und mittelgrossen Unternehmen in der MEM-Industrie kämpfen ums Überleben. Gemäss Roland Goethe, Präsident des Branchenverbands Swissmechanic, hat sich die Lage in den letzten Monaten verschlechtert.
16.10.2016 10:47

Grund sei, dass die grösseren Industrieunternehmen wegen den günstigen Wechselkursen im Ausland einkaufen und in der Schweiz den KMU dadurch die Bestellungen ausgehen. "Die Auftragslage hat sich im dritten Quartal in vielen Betrieben verschlechtert", sagt Goethe im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die meisten Mitgliederfirmen von Swissmechanic müssten mit Betriebsgewinnmargen von 3 bis 5 Prozent auskommen.

Dadurch fehlen die Mittel für Investitionen. Goethe sieht darin längerfristig die Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr. Die tiefen Margen sind zudem auch ein Nachteil bei der Kapitalbeschaffung. "Wegen der gesunkenen Gewinnmargen stufen die Banken viele Industrie-KMU als Risikobetriebe ein", sagt Goethe. Höhere Zinsen seien die Folge. Ihm seien Fälle bekannt, wo Unternehmen für Übergangskredite bis zu 8 Prozent Zins bezahlen sollten - trotz negativen Leitzinsen.

Die Patrons würden versuchen, die Mitarbeiter trotz knappen Mitteln zu halten. "Jeder Mitarbeiter, den wir gehen lassen müssen, bedeutet ein grosser Verlust an Wissen", sagt er. Die Mitarbeiter in KMU-Industriebetrieben wüssten von den Schwierigkeiten. "Sie stehen hinter uns und haben mitgezogen, als wir 2015 vorübergehend längere Arbeitszeiten einführten", sagt Goethe.

Der Verband Swissmechanic vertritt kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Der Verband zählt etwa 1400 Unternehmen mit rund 70'000 Mitarbeitern.

(SDA)