Vier Todesfälle über Auffahrt beim Wandern und Bergsteigen

Das Auffahrtswochenende ist für vier Wanderer und Berggänger tödlich ausgegangen. Zwei Männer kamen beim Bergsteigen im Wallis ums Leben. Im Kanton St. Gallen verunglückte ein Mann beim Wandern und ein Einheimischer beim Spazieren in unwegsamem Gelände.
28.05.2017 16:56

Ein 54-Jähriger hatte sich am Samstagnachmittag in Kaltbrunn SG mit seinem Hund aufgemacht. Nach vier Stunden kam der Hund ohne seinen Besitzer nach Haus zurück. Zunächst suchten die Angehörigen allein nach dem Vermissten, riefen später aber die Polizei zu Hilfe.

Am Abend fanden zwei Polizisten den Mann ausserhalb eines Wanderweges tot in einem Bachbett. Offenbar war er 40 Meter in die Tiefe gestürzt, wie die St. Galler Kantonspolizei am Sonntag mitteilte. Aufgrund der Spuren werde angenommen, dass der Schweizer das steile Gelände gequert habe und abgestürzt sei.

Bei Wildhaus SG starb am Samstagnachmittag im Gebiet Nädliger ein 29-jährige Wanderer. Der Deutsche wurde von Steinen getroffen und stürzte ab. Er zog sich dabei tödliche Verletzungen zu, wie die St. Galler Kantonspolizei mitteilte.

Der Mann war zusammen mit einem Kollegen von Wildhaus über den Schafbergsattel, Jöchli und anschliessend über den Nädliger gewandert. Gemäss Aussagen seines Begleiters hätten sie im Bereich Fliswand Steinwild gesichtet. Dieses dürfte den Steinschlag ausgelöst haben, der anschliessend den Wanderer traf.

Der im Kanton Zürich wohnhafte Mann sei in der Folge rund 300 Höhenmeter abgestürzt. Die Rettungsflugwacht barg den toten Wanderer. Der Begleiter des Verunglückten wurde psychologisch betreut.

Am Freitag war ein 45-jähriger Walliser beim Aufstieg über den Süd-West-Grat auf den 4092 Meter hohen Pollux ausgerutscht. Er stürzte aus noch ungeklärten Gründen rund hundert Meter den Abhang hinunter. Rettungskräfte, die mit einem Helikopter der Air Zermatt zum Schwärzegletscher geflogen wurden, konnten nur noch den Tod des Bergsteigers feststellen.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Kantonspolizei Wallis gegen 10.45 Uhr auf einer Höhe von rund 4000 Meter über Meer.

Bereits am Donnerstagnachmittag war ein 63-jähriger Alpinist aus Deutschland am Mönch ums Leben gekommen. Der Mann rutschte im Schnee aus, schlitterte danach über ein Schneefeld und stürzte mehr als 200 Meter weit über ein Felsband ab.

Laut der Kantonspolizei Bern befand sich der Alpinist zusammen mit zwei Kollegen auf dem Abstieg, als sich der Unfall ereignete. Sie stiegen vom Gipfel her in Richtung Mönchsjochhütte ab und taten dies über die Normalroute des Südwestgrats. Der Mann war nicht angeseilt, trug jedoch Steigeisen.

Nach dem Absturz leisteten Bergsteiger dem Verunfallten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Als diese vor Ort eintrafen, konnten sie jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Der Mönch ist rund 4100 Meter hoch und gehört zum Jungfraumassiv an der Grenze der Kantone Bern und Wallis. Die Absturzstelle befindet sich auf Walliser Kantonsgebiet.

(SDA)