Vorschau neue Börsenwoche - Aktienanleger können auf neue Kursrekorde hoffen

Die Rally an den internationalen Aktienmärkten ist Experten zufolge noch nicht vorbei.
04.03.2017 12:38
Gebäude der SIX in Zürich. Der Swiss Market Index legte in der alten Woche 1,7 Prozent zu.

Anhaltende Spekulationen auf einen Wirtschaftsboom unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump könnten Dax, Dow, SMI & Co. in der neuen Woche weiteren Auftrieb geben. Gleichzeitig lasse die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Wahlen in Frankreich und den Niederlanden nach, betont Anlagestratege Martin van Vliet von der ING Bank. In den neuesten Umfragen fielen diejenigen Kandidaten, die ihre Länder aus der Euro-Zone herauslösen wollen, etwas zurück.

Der Swiss Market Index legte in der alten Woche 1,7 Prozent zu, der deutsche Leitindex Dax stieg 1,7 Prozent und erzielte damit den größten Wochengewinn des Jahres. Sein US-Pendant Dow Jones übersprang erstmals die Schwelle von 21'000 Stellen und legte auf Wochensicht 0,9 Prozent zu.

Dem Anlageexperten Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg zufolge sind die Chancen für ein baldiges neues Dax-Rekordhoch allerdings gering. Der Index verdanke seine jüngsten Kursgewinne nicht dem wachsenden Optimismus der Anleger, sondern der Auflösung von Wetten auf fallende Kurse. Analyst Jochen Stanzl vom Online-Brokers CMC Markets sieht darin auch die Basis für eine Fortsetzung der Hausse.

Im Fokus der Anleger dürfte gleich zu Wochenanfang die Übernahme von Opel stehen, die offenbar unter Dach und Fach ist. Der Verwaltungsrat des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroen gab am Freitag grünes Licht für die Übernahme, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Kurz darauf luden Peugeot und Opel-Mutter General Motors für Montag um 09.15 Uhr MEZ zu einer Pressekonferenz ein, allerdings ohne Details zu nennen. Es wird erwartet, dass dabei Eckpunkte einer Grundsatzvereinbarung bekanntgegeben werden.

Vier Zinsschritte in den USA?

Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf die US-Beschäftigungsdaten am Freitag. Von diesen erhoffen sie sich die Bestätigung ihrer Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen Mitte März anheben wird. "Das Ziel der Fed von drei Erhöhungen in diesem Jahr erscheint plötzlich erreichbar", sagt Luke Bartholomew, Investmentmanager beim Vermögensverwalter Aberdeen. "Tatsächlich muss der Markt jetzt sogar ernsthaft über die Möglichkeit von vier Zinsschritten nachdenken." Vor diesem Hintergrund legte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, in den vergangenen Tagen rund ein Prozent zu.

Dass am Donnerstag die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins anhebt, gilt dagegen als ausgeschlossen. Zwar liegt die Inflation in der Euro-Zone mit zwei Prozent inzwischen knapp über dem EZB-Zielwert. Rechnet man die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel heraus, stagniert die Teuerung dagegen bei 0,9 Prozent. "Mit einer Abkehr von der Niedrigzinspolitik ist wohl erst dann zu rechnen, wenn sich die gesamte Eurozone wirtschaftlich stabilisiert hat – wonach es aktuell sicher nicht aussieht", betont Fondsmanager Michael Schorpp vom Vermögensverwalter DJE Kapital. "Vor allem Europas Süden ist bis auf Weiteres auf niedrige Zinsen angewiesen."

Parallel dazu öffnen in der neuen Woche wieder jede Menge Firmen ihre Bücher, in der Schweiz sind es vor allem Small und Mid Caps. Am Dienstag berichten Lindt & SprüngliDätwyler und Forbo über den Geschäftsverlauf 2016, am Donnerstag Ascom und Schmolz + Bickenbach.

(Reuters/cash)