Börsen-Vorschau - Anlegerstimmung dürfte zum Frühlingsanfang gut bleiben

Nach einer Serie wichtiger Notenbank-Entscheidungen konzentrieren sich Aktienanleger in der neuen Woche wieder auf Wirtschaftsdaten.
18.03.2017 12:35
Die Frühlingssonne scheint an Äste eines Baumes in Zürich.
Die Frühlingssonne scheint an Äste eines Baumes in Zürich.
Bild: cash

In der vergangenen Börsenwoche warteten die Anleger auf den Zinsentscheid der Fed sowie den Ausgang der Parlamentswahlen in den Niederlanden. Zudem ist in London das Gesetz zum Austritt der Grossbritanniens aus der EU verabschiedet worden.

In der neuen Woche stehen unter anderem die Leistungsbilanz-Daten aus den USA (Dienstag) und der Euro-Zone (Mittwoch) auf dem Plan. Am Donnerstag folgen Daten zur Kauflaune der europäischen Verbraucher. Am Freitag werden zudem die Auftragseingänge für langlebige US-Güter sowie die europäischen Einkaufsmanager-Indizes veröffentlicht.

"Die Stimmung in der Wirtschaft im Euroraum nimmt inzwischen euphorische Züge an", betont Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Es gebe keinen ersichtlichen Grund, warum sich der seit Dezember zu beobachtende steile Aufwärtstrend bei den Einkaufsmanagerindizes im März nicht fortsetzen sollte. "Andererseits haben sie sich inzwischen so weit von den fundamentalen Daten entfernt, dass ein weiterer Anstieg nur schwer vorstellbar ist."

Auf geldpolitische Nachrichten müssen Börsianer aber auch in der neuen Woche nicht verzichten, da zahlreiche US-Notenbanker öffentlich auftreten. Am Donnerstag hält Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede. Von ihren Aussagen und denen ihrer Kollegen erhoffen sich Investoren genauere Hinweise auf das Tempo und Zeitpunkt der erwarteten Zinserhöhungen. Nach der Anhebung in der alten Woche rechnen sie bis zum Jahresende noch mit zwei weiteren Schritten.

Vollgepacker Kalender

In der Schweiz stellen in der nächsten Woche eine grössere Zahl von klein- und mittelgross kaptialisierten Unternehmen ihre Zahlen vor. Am Dienstag allein sind dies Conzzeta, Crealogix und Komax, wie auch KTM, Kudelski, Orell Füssli, Partners Group,  Peach Property, Schlatter, Vetropack und Skyguide. Auch die (nicht börsenkotierten) SBB legen die Bilanz vor. Das Staatsekretariat für Wirtschaft Seco wird die Konjunkturprognose veröffentlichen. Am Mittwoch wird sich Emmi in die Bücher schauen lassen.

Am Donnerstag kommen die Zahlen der Bâloise-Gruppe und von Aeropack, Metall Zug und der Ruag. Ausserdem eröffent in Basel die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. Am Freitag folgen die Ergebnisse von Interroll und Cosmo, dazu veröffentlicht die Credit Suisse den Geschäftsbericht, der unter anderem den Vergütungsbericht für die Firmenleitung enthält.

In Deutschland startet am Dienstag startet die Deutsche Bank ihre acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Geld hat das Institut schon sicher, weil die begleitenden Investmentbanken den Betrag voll garantieren. Entscheidend ist die Frage, ob die Frankfurter die neuen Papiere zu einem höheren als dem Mindestpreis von 11,65 Euro losschlagen können. Zum aktuellen Aktienkurs ist dies ein Abschlag von rund 35 Prozent.

Unabhängig davon debütiert Scout24 im europäischen Index Stoxx600. Der Betreiber der Portale "AutoScout24" und "ImmobilienScout24" ist seit Herbst 2015 an der Börse gelistet und aktuell an der Börse rund 3,5 Milliarden Euro wert. Japanische Anleger können sich auf ein verlängertes Wochenende freuen. Am Montag bleibt die Börse Tokio wegen des Feiertags zum Frühlingsbeginn geschlossen.

(cash/Reuters)