Walliser Vogelzüchter ermöglicht einzigartige Klanginstallation

Zebrafinken als Klangkünstler - diese einzigartige Installation wird ab dem 29. Juli im Zentrum für zeitgenössische Kunst in Yverdon-les-Bains VD zu sehen sein. Die Tiere dafür lieferte der Vogelzüchter Filipe Oliveira aus dem Wallis.
26.07.2017 09:30

"From hear to ear" (vom Hören bis ins Ohr) heisst die Installation des französischen Künstlers Céleste Boursier-Mougenot, die schon in Metropolen wie Montreal oder Kopenhagen zu sehen war, aber noch nie in der Schweiz: Zebrafinken als Musiker, die sich frei in einem Raum bewegen.

Die aus den Steppen Australiens stammenden Tiere werden das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Yverdon in eine grosse Vogelvoliere verwandeln. Die Musik entsteht, wenn sich die Vögel auf den ungewöhnlichen Sitzstangen niederlassen - rund 15 E-Gitarren und Bass-Gitarren, deren Verstärker den Ton direkt wiedergeben.

Für die Schweizer Ausgabe konnte der in Martigny VS lebende Portugiese Filipe Oliveira als Lieferant der Vögel gewonnen werden. Die Vogelzucht wurde ihm in die Wiege gelegt. "Meine Eltern besassen bereits Vögel", sagte er. Oliveira führte die Familientradition bei seinen vier Kindern fort.

Aus der Zucht wurde bereits neben seiner Arbeit als Lagerist eine Zoohandlung, vor fünf Jahren gab er seinen Job auf und widmete sich ganz dem Geschäft mit den Tieren. Die ganze Familie arbeitet mit.

Im vergangenen Frühling kam dann die Anfrage von Céleste Boursier-Mougenot für das ungewöhnliche Kunstprojekt. Er wurde angefragt, 88 Zebrafinken, darunter 44 Männchen und 44 Weibchen, für die Klanginstallation zu liefern und sich um die Fütterung und Kontrolle zu kümmern. Auch das Personal des Kunstzentrums in Yverdon soll er für den Umgang mit den Tieren schulen.

Höchstens 15 Besucher dürfen die Ausstellung gleichzeitig betreten, um die frei herumfliegenden Vögel nicht zu sehr zu stressen. Die Vögel dürfte die unfreiwillig produzierte Musik nicht stören, meint Filipe Oliveira. Nach der Ausstellung werden die Vögel mit Netzen wieder eingefangen. Zudem müssen neue Halter für die Vögel gefunden werden. Interessierte Ausstellungs-Besucher können sich beim Vogelzüchter melden.

(SDA)