Weihnachtslotterie in Spanien als vorzeitige Bescherung

In Spanien haben am Donnerstag die Sektkorken vielerorts schon zwei Tage vor Heiligabend geknallt. Die traditionelle Weihnachtslotterie, die grösste und älteste Tombola der Welt, verteilte im ganzen Land gut 2,3 Milliarden Euro.
22.12.2016 13:50

Geldregen über Spanien: Zwei Tage vor Heiligabend hat die traditionsreiche Weihnachtslotterie mit der Ausschüttung von insgesamt gut 2,3 Milliarden Euro in vielen Regionen des Landes für eine vorzeitige Bescherung gesorgt.

Der Hauptgewinn - "El Gordo", der Dicke, genannt - entfiel auf die Lose mit der Nummer 66'513, die nach Angaben der Lotteriegesellschaft SELAE alle von einer einzigen Verkaufsstelle im Madrider Arbeiterviertel Arganzuela im ärmeren Süden der Hauptstadt abgesetzt wurden.

Der Hauptgewinn beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. "El Gordo" wird aber 160 mal ausgezahlt, da jede Losnummer auch 160 mal verkauft wird. In der Regel kaufen die meisten Spanier allerdings keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden, so dass immer Dutzende in den Genuss des Hauptgewinns kommen.

Tippgemeinschaften werden von Bürokollegen, Kneipenfreunden, Nachbarn und auch von ganzen Dörfern gebildet. Neben dem Hauptgewinn wurden zahlreiche grössere und kleinere Preise ausgelost.

Die vor 204 Jahren ins Leben gerufene "Lotería de Navidad" gilt als die älteste und - gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme - auch als die grösste der Welt. Ein Millionenpublikum verfolgte per TV-Direktübertragung die knapp vierstündige Ziehung der Glückszahlen im Madrider Opernhaus Teatro Real. Die gezogenen Losnummern wurden der Tradition folgend erneut von Schülern des Internats San Ildefonso singend vorgetragen.

Nach verschiedenen Schätzungen nehmen immer 75 bis 80 Prozent aller Spanier an der Lotterie teil. Sie "investieren" jedes Jahr im Schnitt 50 bis 60 Euro. Alle hoffen auf den grossen Geldsegen.

Als grösster Gewinner der Weihnachtslotterie stand aber schon vor der Ziehung das Finanzamt fest. Der Staat kassiert nämlich 30 Prozent der Verkaufserlöse. Und für jeden Preis über 2500 Euro müssen seit 2013 knapp 20 Prozent als Steuern abgeführt werden.

(SDA)