Weiterbildung als wirksame Massnahme gegen Personalengpässe

Jedes fünfte Unternehmen in der Schweiz hat aktuell Mühe, offene Stellen zu besetzen. Das sind nur halb so viele Firmen wie noch vor Jahresfrist. Berufliche Weiterbildung ist das Zauberwort für diese Verbesserung.
15.11.2016 09:03

Gut zwei Drittel der Schweizer Arbeitgeber versuchen inzwischen Personalengpässe zu überwinden, indem sie ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, eigene Kompetenzen durch berufliche Weiterbildung auszubauen.

Dies hat der Stellenvermittler Manpower in seiner am Dienstag veröffentlichten jährlichen Umfrage bei 750 Unternehmen in der Schweiz zur Talentknappheit festgestellt. Laut Manpower Schweiz haben sich diese Arbeitgeber damit für eine Win-Win-Lösung entschieden.

Vor Jahresfrist bekundeten in der gleichen Umfrage noch 41 Prozent der Unternehmen Mühe, passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Das diesjährige Umfrageergebnis ist denn auch mit Abstand das tiefste seit Einführung der Studie vor elf Jahren.

Auch international nimmt die Schweiz damit einen Spitzenplatz ein. Weltweit haben nämlich laut Manpower 40 Prozent der Arbeitgeber Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen. Stark betroffen sind insbesondere die deutschen Arbeitgeber (49 Prozent), während in Österreich (34 Prozent), Italien (31 Prozent) und Frankreich (23 Prozent) die Lage weniger dramatisch ist.

In der Schweiz gesucht werden weiterhin vor allem Facharbeitende, d.h. Schreiner, Zimmerer, Dachdecker, Plattenleger, Gipser, Bäcker, Köche , Elektriker, Sanitärinstallateure, Maurer, Schweisser etc. An zweiter Stelle fehlt es an Angestellten in Management und Geschäftsführung. Auf dem dritten Rang der zehn meistgesuchten Berufskategorien stehen Arbeitnehmende im Gastgewerbe.

Als Hauptgründe für Rekrutierungsschwierigkeiten werden von 28 Prozent der Unternehmen fehlende berufsbezogene Fachkompetenzen angegeben. Vor Jahresfrist lag dieser Anteil jedoch noch bei rund 50 Prozent.

Auch der Mangel an verfügbaren Kandidaten ging bei den befragten Arbeitgebern deutlich deutlich zurück (von 45 auf 24 Prozent). Vermehrt angeführt wurde jedoch die mangelnde Berufserfahrung (von 12 auf 18 Prozent).

(SDA)