Wenige öffentliche Flächen im Oberwallis mit Quecksilber vergiftet

Die Quecksilberbelastung von öffentlichen Flächen im Oberwallis durch das Chemieunternehmen Lonza hält sich in Grenzen. Die Mehrheit der untersuchten öffentlichen Flächen zwischen Niedergesteln und Gamsen müssen nicht saniert werden. Vor allem die Schulen sind sauber.
11.10.2018 12:02

In den Gemeinden Niedergesteln, Raron, Visp, Baltschieder, Lalden und Brig-Glis (Gamsen und Brigerbad) sind im August insgesamt 134 Flächen auf 26 Parzellen untersucht worden, wie die kantonale Dienststelle für Umwelt (DUW) und die Lonza am Donnerstag mitteilten.

Nun liegen die Resultate vor: Demnach sind 120 Flächen oder rund 90 Prozent nicht mit Quecksilber verseucht. Insbesondere erwiesen sich sämtliche untersuchten Schulgelände als unbelastet.

Bei den sanierungsbedürftigen Parzellen handelt es sich um den Nebenplatz des Sportplatzes in Baltschieder und um einen Teilbereich des Campings in Brigerbad.

Lonza weist darauf hin, dass eine im Jahr 2016 von der Universität Zürich im Auftrag des Kantons durchgeführte Studie keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Gesundheit der Bevölkerung gezeigt habe. Auch bei diesen Parzellen könne davon ausgegangen werden, dass für die Nutzer keine Gesundheitsgefährdung bestanden habe.

Das Terrain der Bäder muss nach heutigem Untersuchungsstand nicht gesäubert werden. Der Fussballplatz in Lalden ist lokal leicht mit Quecksilber belastet. Eine Sanierung ist aber ebenfalls nicht nötig.

Bereits seit längerem sind die Säuberungsarbeiten auf kontaminierten, privaten Flächen in mehreren Oberwalliser Gemeinden im Gange. Insbesondere in Raron und Visp wiesen Dutzende Parzellen eine Belastung auf, die über den zulässigen Grenzwerten lag. Der Kanton sieht sich bei der Instandsetzung der Böden auf Kurs, wie er in einer Zwischenbilanz im Juni mitteilte.

Untersuchungen im Rahmen der Autobahnbaustelle A9 hatten im Jahr 2011 gezeigt, dass verschiedene Böden in der Region zwischen Visp und Raron mit Quecksilber belastet sind. Der Untergrund stammte aus Material aus dem Grossgrundkanal, in den das Lonza-Werk zwischen 1930 und 1970 ihre Abwässer abgeleitet hatte.

Die Schadstoffe sammelten sich im Schlamm und in den Sedimenten des Kanals an. Die Einleitung des verschmutzten Wassers entsprach den damaligen gesetzlichen Bestimmungen.

(SDA)