Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger feiern Fed-Reden mehr als Trump

Der freundliche Trend aus Asien hat den Dax am Aschermittwoch angetrieben. Der deutsche Leitindex zog im frühen Handel um 1,07 Prozent auf 11 961,34 Punkte an. Damit hat das Börsenbarometer seinen Rückschlag vom Freitag inzwischen wieder wettgemacht.
01.03.2017 09:58

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax gewann 0,34 Prozent auf 23 445,30 Punkte. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,16 Prozent auf 1907,47 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand gut 1 Prozent im Plus.

SCHWACHER EURO TREIBT DEN DAX

In Asien reagierten die Börsen vor allem positiv auf Äusserungen von US-Notenbankern zur künftigen Zinspolitik. John Williams, Fed-Präsident in San Francisco und Vertrauter von Fed-Chefin Janet Yellen, etwa sagte, dass eine Leitzinserhöhung noch im März ernsthaft in Erwägung gezogen werden müsse. Händler am Terminmarkt setzten die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in diesem März nunmehr mit 80 Prozent an. Daraufhin gerieten der Yen und auch der Euro gegenüber dem US-Dollar unter Druck, was Unternehmen aus Japan und aus der Eurozone den Export erleichtern kann.

Die viel beachtete Rede des neuen US-Präsidenten vor beiden Kongress-Kammern brachte Börsianern zufolge derweil kaum positive Impulse. Anders als zuvor verlautet, ging Donald Trump nicht auf nähere Details zu seinen Haushaltsplänen ein. Der Republikaner wiederholte lediglich das Versprechen einer historischen Steuerreform. Laut Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank bleibt abzuwarten, wie lange die Investoren sich noch in Geduld üben werden.

COVESTRO STARK UNTER DRUCK

Hierzulande sackten die Aktien von Covestro mit einem Minus von 6,88 Prozent auf 66,18 Euro ans MDax-Ende. Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer nutzte das gute Börsenumfeld für einen Teilverkauf der Beteiligung an seiner Kunststofftochter Covestro. 22 Millionen Aktien wurden für 66,50 Euro je Stück an institutionelle Investoren veräussert, womit sich der Bayer-Anteil auf 53,3 Prozent reduzierte.

Zweitschwächster MDax-Wert waren die Anteilsscheine von Zalando mit einem Minus von mehr als 4 Prozent. Mit seinen Margenzielen für das laufende Jahr bestätigte der Onlinehändler die jüngste Befürchtung von UBS-Analyst Adam Cochrane, dass die Markterwartungen an die Profitabilität viel zu optimistisch seien.

RHEINMETALL AN DER MDAX-SPITZE

Spitzenreiter im MDax waren die Anteilsscheine von Rheinmetall mit plus 3,36 Prozent. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Rüstungskonzerns und Autozulieferers für das vierte Quartal hätten die Erwartungen deutlich übertroffen, schrieb Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank.

An der TecDax-Spitze blieben die Aktien von Nordex auf Erholungskurs und stiegen um knapp 5 Prozent. Rund eine Woche nach der jüngsten Prognosesenkung für das laufende Jahr und 2018 überzeugte der Windkraftanlagenbauer mit seinen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Die Papiere von Hapag-Lloyd hatten im SDax der gering kapitalisierten Werte die Nase vorn, nachdem sich das Analysehaus Mainfirst positiv zu den Anteilsscheinen der Container-Reederei geäussert hatte. Die Papiere zogen um fast 6 Prozent an./la/das

(AWP)