Ausblick ABB: Quartalsgewinn von durchschnittlich 490 Mio USD erwartet

Der Energie- und Automationstechnikkonzern ABB publiziert am Donnerstag, 20. April, die Ergebnisse zum ersten Quartal 2017. Zum AWP-Konsens haben insgesamt 16 Analysten beigetragen.
19.04.2017 13:32
(in Mio USD)              AWP-Konsens          Q1 2016  

Auftragseingang              8'526              9'253  
Umsatz                       7'807              7'903  
Operativer EBITA               929                943 
Reingewinn                     490                500

FOKUS: ABB befindet sich gemäss Aussagen des Managements vom Februar in einem Übergangsjahr und so sehen dies auch die Analysten. Sie erwarten für das erste Quartal vor allem wegen einer geringeren Zahl an Grossaufträgen einen rückläufigen Bestellungseingang. Der Umsatz dürfte dagegen nur leicht geschrumpft oder gar gehalten worden sein.

Bei der EBITA-Marge reichen die Prognosen von einem leichten Rückgang bis zu einer leichten Verbesserung. Unterschiedlich gewichtet wird dabei offenbar der Einfluss der Verbesserungen aus der Sparte Power Grids. Für etwas Unsicherheit in der Bewertung der Zahlen dürfte überdies die erstmalige Publikation der Ergebnisse unterteilt nach den vier neu gebildeten Sparten sorgen.

ZIELE: Mit Blick nach vorne zeigte sich ABB im Februar anlässlich der Bilanzmedienkonferenz weiterhin zurückhaltend. Makroökonomische und geopolitische Entwicklungen würden ein uneinheitliches Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten signalisieren, hiess es. Weiter positiv seien einige makroökonomische Signale in den USA. Entsprechend zuversichtlich zeigte sich CEO Ulrich Spiesshofer auch für die Vereinigten Staaten. Für China rechnete die ABB-Führung mit einer Fortsetzung des Wachstums. Das Unternehmensergebnis dürfte aber weiterhin durch den Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung beeinflusst werden. Deshalb hielt ABB an der bisherigen Formulierung fest, dass 2017 ein Übergangsjahr werde.

Die geltenden Mittelfristziele wurden gleichzeitig bestätigt. "An diesen Zielen halten wir fest", sagte Spiesshofer im Februar. Er bestätigte dabei auch, dass man mit den Zielen für das 'White Collar'-Effizienzprogramm auf Kurs sei.

PRO MEMORIA: Vor rund zwei Wochen gab ABB die Übernahme der österreichischen Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik (B&R) bekannt, womit die Division Industrieautomation gestärkt und eine bedeutende Lücke im Produktportfolio geschlossen werden soll. Die Rentabilität der Firma ist vergleichbar mit jener von ABB, der zugekaufte Umsatz beläuft sich auf über 600 Mio USD. Spiesshofer sieht in B&R nicht weniger als das "Microsoft der Industrieautomation" und verweist dabei auf die Wachstumsstory des österreichischen Anbieters.

Mit der Übernahme schliesst ABB laut dem CEO eine "historische Lücke" in der Produktpalette. Die Transaktion bringe das Knowhow von B&R im Bereich der Maschinen- und Fabrikautomation mit dem Knowhow von ABB in den Bereichen Robotik, Prozessautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung zusammen. "Der Kauf ist der wichtigste strategische Schritt, den ABB je getan hat", so Spiesshofer Anfang April.

Der Schaden, der dem ABB-Konzern aus dem im Februar publik gemachten Betrugsfall in Südkorea erwachsen ist, ist etwas geringer ausgefallen als ursprünglich angekündigt. Die Belastung vor Steuern liege bei 73 Mio USD und damit unter der ursprünglich genannten Schätzung von 100 Mio, teilte ABB Mitte März mit. Grund dafür seien zu erwartende Versicherungsleistungen in Höhe von 30 Mio USD.

An der Generalversammlung von vergangener Woche erhielten Verwaltungsrat und Management von den Aktionären einen Schuss vor den Bug, indem letztere den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Entlastung des Verwaltungsrats jeweils nur mit einem Ja-Stimmenanteil von unter 60% guthiessen.

AKTIENKURS: Im bisherigen Jahresverlauf rückten ABB um rund 6% vor und entwickelten sich damit in etwa wie der Gesamtmarkt SMI. Im Vorjahr gelang dem Titel indes mit einem Plus von knapp 25% eine klare Outperformance.

AKTIENEINSTUFUNG: Gemäss AWP-Analyser bewerten Analysten den Titel folgendermassen:

Kaufen:      6
Halten:     12
Verkaufen:   5

Durchschnittliches Kursziel: 23,17 CHF

Nachfolgend die detaillierten Schätzungen:

Rechnungslegung nach US GAAP

In Mio USD          Q1 17E   Q1 16A   Analyst
                               +/-%
Auftragseingang:              9'253
Barclays             8'838            Stettler
JPMorgan             8'710            Willi
Vontobel             8'694            Spiliopoulos
UBS                  8'654            Peigneux Lojo
ZKB                  8'602            Frei
HSBC                 8'447            Hagmann  
Kepler Cheuvreux     8'364            Mackie
Morgan Stanley       8'340            Uglow
Deutsche Bank        8'335            De-Bray
Credit Suisse        8'271            Kukhnin  

AWP-Konsens:         8'526     -7,9


Umsatz:                       7'903
Kepler Cheuvreux     8'085
Deutsche Bank        7'980
Vontobel             7'949
Nordea               7'923             Agardh
SEB Equities         7'897             Schmidt
Swedbank Markets     7'845             Liss
UBS                  7'782 
Danske Markets       7'758             Stjerngren
ZKB                  7'737
Goldman Sachs        7'711             Costa
Oddo Securities      7'710             Glaser
Morgan Stanley       7'709       
JPMorgan             7'767    
Credit Suisse        7'721
Barclays             7'680     
HSBC                 7'664

AWP-Konsens:         7'807     -1,2 


Operativer EBITA:               943 
Vontobel               986          
Deutsche Bank          955
SEB                    945
Goldman Sachs          944     
ZKB                    943 
HSBC                   938
Barclays               925           
Kepler Cheuvreux       924
Morgan Stanley         920 
JPMorgan               910
Credit Suisse          889 
UBS                    869                                
 
AWP-Konsens:           929      -1,5            


Reingewinn:                      500       
Deutsche Bank          533 
Vontobel               530 
Kepler Cheuvreux       523   
UBS                    521
SEB Equities           503          
Swedbank Markets       483
ZKB                    482 
JPMorgan               472    
HSBC                   468 
Morgan Stanley         454  
Credit Suisse          420                   
          
AWP-Konsens:           490      -2,0                    

Ausgewählte Analystenkommentare (im Originalwortlaut):

VONTOBEL (PANAGIOTIS SPILIOPOULOS): ABB is executing well operationally. We believe that the likelihood of more macro tailwinds has increased, which would lead to a boost in profitability, though management is stating that FY17 is a transition year. Despite a lower backlog at the end of 2016, we still believe that ABB could show positive revenue growth in 1Q17. ABB has proven stringent cost discipline and strong management commitment to further unlock value. HOLD

SEB (Daniel Schmidt): The main attractions of the ABB investment case flow from the recent acquisition of B&R and being able to capitalise on the automation and digitalisation of almost all of ABB's main end markets. We expect USD 2bn in cash flow to be released by the end of 2017 and gross savings of at least USD 1,300m from the white collar programme allowing another USD 3bn for buy-backs. However, short-term projectoriented end markets in Automation remain weak and there are no signs of a significant short cycle business pick-up for ABB. HOLD

Homepage: www.abb.com

yl/dm/cf

(AWP)