Ausblick ABB: Quartalsgewinn von durchschnittlich 539 Mio USD erwartet

Der Energie- und Automationstechnikkonzern ABB publiziert am Mittwoch, 8. Februar die Zahlen zum Schlussquartal 2016. Zum AWP-Konsens haben insgesamt zwölf Analysten beigetragen.
07.02.2017 13:51
Q4 2016
(in Mio USD)           AWP-Konsens     Q4 2015
 
Umsatz                   8'901          8'262          
Auftragseingang          8'111          9'242             
Operativer EBITA         1'076          1'081              
Reingewinn                 539            204             


2016E
(in CHF)                                 2015

Dividende                 0,77           0,74           

FOKUS: Insgesamt gehen die Analysten von einem weiteren durchzogenen Quartal aus. Der Auftragseingang dürfte gegenüber dem Vorjahresquartal weiter rückläufig gewesen sein, auch wenn die jüngst gemeldeten Grossaufträge über insgesamt mehr als 800 Mio USD als Lichtblick gesehen werden.

Diese Aufträge der Division Power Grids dürften die Grossaufträge stützen, heisst es beispielsweise in einer Einschätzung der ZKB. Und auch bei den Basisaufträgen sei mit einer leichten sequentiellen Verbesserung zu rechnen. Ausser bei der Division Power Grids dürften indes alle Divisionen gegenüber dem Vorjahr einen rückläufigen Auftragseingang verzeichnet haben. Weiterhin dürften dabei die Märkte Öl und Gas, Bergbau sowie die Prozessindustrien anspruchsvoll gewesen sein.

Für die EBITA-Marge erwarten die Analysten dank der anhaltenden Kostensenkungsmassnahmen gleichwohl eine Verbesserung auf durchschnittlich knapp über 12%. Der Ausblick von ABB dürfte den Prognosen gemäss gewohnt vage ausfallen, mit einem Verweis auf die grossen ökonomischen und politischen Unsicherheiten.

ZIELE: ABB rechnet weiterhin nicht mit einer raschen Verbesserung des Marktumfelds. "2017 wird für ABB ein Übergangsjahr werden", bekräftigte CEO Ulrich Spiesshofer in einem Interview am Weltwirtschaftsforum in Davos frühere Angaben zu seinen Erwartungen für das laufende Jahr. Das Momentum in den Märkten dürfte eher spät im laufenden Jahr oder erst 2018 wieder zunehmen, so Spiesshofer vor knapp drei Wochen.

Mit den Zahlen zum dritten Quartal hatte ABB im vergangenen Oktober hinsichtlich der Erwartungen für die kommenden Monaten wie immer in den vergangenen Quartalen verlauten lassen, dass die makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen auf ein uneinheitliches Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten hindeuteten. Spiesshofer fügte dazu an, dass der Öl- und Gasmarkt schwierig bleiben werde, dass er aber die Entwicklung in der Region Indien sowie im Geschäftsfeld Robotics als "Highlights" sehe. Nachdem der Capital Markets Day (CMD) nun vorüber sei, habe er zudem "signifikante" Erwartungen mit Blick auf den Bestellungseingang der Division Power Grids.

PRO MEMORIA: Am CMD Anfang Oktober hatte ABB bereits bekannt gegeben, dass an der Sparte Stromnetze (Power Grids) festgehalten, diese aber weiter transformiert werden soll. Die Antwort auf diese Frage wurde damals mit Spannung erwartet, weil verschiedene Grossaktionäre zuvor auf eine Abspaltung von Power Grids gedrängt hatten.

Zentrale Bestandteile der dritten Stufe der "Next Level"-Strategie seien die Neuausrichtung der Divisionen als vier führende, unternehmerisch handelnde Einheiten, das Ausschöpfen des digitalen Potentials von ABB, das Vorantreiben des operativen Exzellenzprogramms sowie die Stärkung der Marke ABB, hiess es damals weiter zur künftigen Strategie.

Im Zuge dieser neuen Stufe der Strategie hatte ABB den Zielkorridor für die operative EBITA-Marge in der Sparte Stromnetze ab 2018 um 200 Basispunkte auf 10 bis 14% erhöht. Der Anteil des Service- und Softwaregeschäfts soll laut Spiesshofer auf über 30% ansteigen.

Um wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren hat ABB unter anderem eine neue Digitalisierungsplattform unter dem Namen "ABB Ability" lanciert. Spiesshofer versteht darunter ein übergreifendes Angebot für digitale End-to-End-Lösungen.

Weiter gab ABB im Oktober einen Wechsel im Topmanagement bekannt. Timo Ihamuotila wurde zum neuen Finanzchef ernannt. Er wechselt auf den 1. April 2017 von Nokia zu ABB und tritt damit die Nachfolge von Eric Elzvik an. Dieser werde sich "nach einer sorgfältigen Übergabe" im zweiten Quartal neuen beruflichen Herausforderungen ausserhalb von ABB zuwenden, hiess es. Ihamuotila wurde vor allem wegen seiner Erfahrung im IT-Bereich engagiert. Zur Stärkung ebendieser Kompetenz hatte ABB kurz zuvor bereits Guido Jouret zum Chief Digital Officer ernannt.

AKTIENKURS: Der Aktienkurs hat über die vergangenen fünf Börsentage etwas geschwächelt. Dennoch gehört die Aktie mit einem Plus von rund 9% zu den besten Performern unter den Bluechips im laufenden Jahr, dies nachdem ABB bereits im Vorjahr mit einem Plus von knapp 25% alle Bluechips bis auf Actelion geschlagen hatten. Derzeit bewegt sich die Aktie auf dem höchsten Stand seit Herbst 2008.

Homepage: www.abb.com

yl/cf

(AWP)