Ausblick Adecco: Quartalsumsatz von 6,10 Milliarden Euro erwartet

Der Personaldienstleister Adecco veröffentlicht am Donnerstag, 9. August, die Ergebnisse zum zweiten Jahresviertel 2018. Insgesamt fünf Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
08.08.2018 13:45
Q2 2018E
(in Mio EUR)          AWP-Konsens   Q2 2017A   

Umsatz                   6'102         5'972         
-org. Wachstum (in %)*     4,5             6         
Bruttogewinn             1'110         1'091         
Adj. EBITA                 271           288         
EBITA                      257           288         
Reingewinn**               173           192         

* arbeitstagsbereinigt
** nach Minderheiten

FOKUS: Bei Adecco richtet sich das Augenmerk auf drei Schlüsselkennzahlen: das organische Wachstum sowie die Bruttogewinn- und EBITA-Marge.

Analysten gehen davon aus, dass das organische Wachstum (arbeitstagsbereinigt) im zweiten Quartal tiefer ausgefallen ist als in den Vorquartalen. Sie verweisen dabei nicht zuletzt auf schon publizierte Zahlen der Konkurrenz. Insbesondere werden für Frankreich und Italien nicht mehr ganz so gute Werte prognostiziert.

Das Management selber hatte bei der Publikation der Q1-Zahlen im Mai erklärt, dass im März und April - also am Ende des Q1 und am Anfang des Q2 - kombiniert ein organisches Wachstum (arbeitstagsbereinigt) von 5 bis 6 Prozent erreicht worden sei. Zudem hatte CEO Alain Dehaze betont, dass das "Momentum" noch immer stimme.

Eine offene Frage ist in diesem Zusammenhang, ob Adecco der weltweit grösste Stellenvermittler geblieben ist. Zum Vergleich: Randstad wies für das zweite Quartal einen Umsatz von 6,022 Milliarden Euro aus. Im Schnitt gehen die Analysten somit davon aus, dass Adecco die Führung knapp verteidigt hat.

Die Entwicklung der Margen war für die meisten Analysten im Q1 eine grosse Enttäuschung. Für das zweite Quartal wird nun bei der Bruttomarge ein Wert von rund 18,2 Prozent erwartet und damit im Bereich des Vorquartals und nur leicht unter dem Vorjahresquartal. Diese Prognose wird gemacht, obwohl das Management im Mai erklärte hatte, dass sich die zeitliche Lage der Feiertage im zweiten Quartal positiv auf die Bruttomarge auswirken sollte (+15 Basispunkte). Bei der EBITA-Marge wird gegenüber dem Vorquartal eine Verbesserung prognostiziert, aber zugleich auch ein Wert klar unter dem Vorjahr. In der Folge wird auch von einem klar tieferen Reingewinn ausgegangen.

Ein Grund für die tiefere Rentabilität ist, dass Adecco aktuell Geld in die Hand nimmt, um das Unternehmen digital fit zu machen. Das entsprechende Wachstums- und Sparprogramm heisst "GrowTogether". Dieses Programm soll schon im laufenden Jahr erste Früchte bringen.

Von grossem Interesses sind abgesehen von den ausgewiesenen Zahlen wie üblich die Angaben zum Start ins neue (dritte) Quartal.

ZIELE: Bei Adecco gibt es nur Mittelfrist- und keine Jahresziele. Laut den Mittelfristziele, die im letzten Herbst verkündet wurden, will die Gesellschaft bis 2020 viermal schneller als das BIP zu wachsen. Dazu soll auch das Wachstumsprogramm "GrowTogether" beitragen.

Gleichzeitig strebt das Management Effizienzsteigerungen an. Konkret soll bis 2020 die Kostenbasis um 250 Millionen Euro gesenkt und die SG&A-Quote zum Umsatz (Selling, General, Administrative) um 100 Basispunkte reduziert werden. Bereits im laufenden Jahr soll die Rechnung um rund 50 Millionen entlasten werden. All dies führt aber auch zu Extraausgaben und damit zu Sondereffekten in den Resultaten.

Ausserdem sieht sich das Management einer "progressiven" Dividendenpolitik verpflichtet, neu auch in Zeiten einer Rezession. Das Ziel bleibt eine Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent. Das nach der Zahlung der Dividende übrig gebliebene Überschusskapital will Adecco für Übernahmen oder Aktienrückkäufe einsetzen.

PRO MEMORIA: Ende Juli kündigte Adecco den Verkauf seiner verbleibenden Beeline-Anteile (Systeme für Beschaffungsmanagement) an. Die beabsichtigte Transaktion bringe der Adecco-Gruppe 110 Millionen Euro ein und soll zu einem Erlös nach Steuern von an die 172 Millionen Euro führen, hiess es damals. Gemäss den Angaben müssen für den Abschluss der Transaktion allerdings noch die üblichen vertraglichen Abschlussbedingungen geregelt werden, inklusive gewisser behördlicher Genehmigungen. Der endgültige Abschluss wurde für das dritte Quartal in Aussicht gestellt.

Ende Juli sagte Adecco-CEO Dehaze gegenüber dem deutschen "Handelsblatt", dass er die Vermittlung von Personen in Festanstellungen ausbauen wolle. "Noch liegt unser Marktanteil bei zwei Prozent", so Dehaze. "Doch wir wollen zum globalen Marktführer werden."

Im Mai präzisierte Adecco den Zeitplan für das neue Aktienrückkaufprogramm. Es sollen demnach Aktien im Wert von 150 Millionen Franken zurückgekauft werden, überwiegend im vierten Quartal 2018 und anfangs 2019. Das Programm dauert demnach längstens bis zum 13. Mai 2021.

AKTIENKURS: Die Adecco-Papiere zählen 2018 bislang zu jenen Titeln mit einer markanten Underperformance. Nach dem bisherigen Jahreshoch von 80,10 Franken im Januar fiel die Aktie phasenweise unter die 60-Franken-Marke (Jahrestief: 57,02 Fr.). Aktuell notiert sie nur knapp über dieser Marke.

Homepage: www.adeccogroup.com

jl/rw

(AWP)