Ausblick Aryzta: Jahresumsatz von durchschnittlich 3,83 Mrd EUR erwartet

Der Backwarenkonzern Aryzta präsentiert am Montag, 25. September, die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende Juli). Insgesamt haben 14 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
22.09.2017 14:00
2016/17
(In Mio EUR)         AWP-Konsens      2015/16

Umsatz                  3'830          3'879         
EBITA                     313            485         

(In EUR-Cent)
Gewinn je Aktie*          226            350         

(In CHF)
Dividende je Aktie       0,32           0,57          


Q4 16/17E 
(In %)               AWP-Konsens      Q4 15/16    

Org. Umsatzwachstum      -2,0           +0,8          

* Underlying, verwässert

FOKUS: Beim angeschlagenen Aryzta-Konzern kam es im Frühling zum grossen Köpferollen. Praktisch das gesamte Top-Management musste den Backwarenhersteller verlassen. Der neue CEO Kevin Toland ist nun erst seit wenigen Tagen im Amt. Es ist daher völlig offen, wie detailliert er sich schon äussern wird und ob er bereits Restrukturierungspläne bekannt geben wird. Auch ein neuer CFO (Frederic Pflanz) ist bestimmt; er wird seinen Job jedoch erst im Januar antreten.

Zu den Managementwechseln kam es im Nachgang zur x-ten Gewinnwarnung im Januar und einem schleppenden Geschäftsgang. Praktisch unisono werden nun schwache Zahlen erwartet. Das organische Wachstum im vierten Quartal wird im Schnitt bei -2,0% gesehen. Für das Gesamtjahr wird ein 1,2% tieferer Umsatz (in EUR) prognostiziert. Beim EBITA und Gewinn pro Aktie gehen die Experten sogar von einem veritablen Einbruch aus. Gleichwohl wird grösstenteils mit der Ausschüttung einer Dividende gerechnet.

Sorgen bereitet derzeit vor allem das US-Geschäft, wo der Umsatz rückläufig ist und höhere Löhne auf die Marge drücken. Aber auch in Europa gibt es wegen höherer Rohstoffpreise (etwa für Butter), auslaufender Verträge in der Schweiz und unerwartet schwierigen Kapazitätsanpassungen in Deutschland eine Vielzahl an Baustellen. Und auch die Währungssituation ist gegenwärtig wenig hilfreich. Zu all dem ächzt Aryzta unter einer hohen Schuldenlast.

Die drängendste Frage sei nun, wie der neue CEO das Geschäft stabilisieren wolle, meinen Experten. Darüber hinaus sei offen, ob schon weitergehende Massnahmen angekündigt würden. "Sinnvoll wäre es, wenn unter die Vergangenheit ein Schlussstrich gezogen und dementsprechend Wertberichtigungen vorgenommen würden", schreibt der Analyst der ZKB. Er spricht sich ausserdem für eine Kapitalerhöhung aus. Eine solche werde aber seiner Meinung nach kaum schon jetzt angekündigt, "ausser der Druck der kreditgebenden Banken wäre zu gross".

ZIELE: Das Unternehmen ist derzeit ohne konkrete Ziele unterwegs. Angesichts des Umbaus der Unternehmensführung befinde sich der Verwaltungsrat nicht in der Lage, eine Guidance abzugeben, hiess es bei der Präsentation der Q3-Resultate. Ein Sprecher ergänzte damals lediglich, dass die Generierung von Cashflow weiterhin zu den Schlüssel-Prioritäten des Unternehmen gehöre.

PRO MEMORIA: Ende August kündigte Aryzta einen prominenten Zuzug für den Verwaltungsrat an. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Gremium gewählt werden.

Im Juni ernannte der Backwarenkonzern Keith Cooper zum ad-interim-CEO des Amerika-Geschäftes. Gleichzeitig wurde der sofortige Abgang des COO der Amerika-Sparte bekannt gegeben.

Im Mai teilte die Gesellschaft mit, sie habe die Bank HSBC als Beraterin beigezogen, um Alternativlösungen für die 49%-Beteiligung am französischen Tiefkühlproduktehersteller Picard zu evaluieren. Aryzta hatte die Beteiligung Mitte Februar zur Disposition gestellt. Ein Verkauf gilt als eine Möglichkeit, um die Schulden zu reduzieren.

AKTIENKURS: Die Aryzta-Aktie haben seit Anfang Jahr rund ein Drittel ihres Wertes eingebüsst und bilden damit mit grossem Abstand das Schlusslicht bei den SMI/SLI-Titeln. Den grossen Einbruch dieses Jahr erlebte das Papier in der zweiten Januarhälfte nach der x-ten Gewinnwarnung. Seither pendelt der Kurs um die 30-CHF-Marke.

jl/rw

(AWP)