Ausblick Bâloise: 9-Monatsvolumen von 7,11 Mrd und 6,56 Mrd CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Versicherer Bâloise-Holding gibt am Dienstag, 15. November, Zahlen zu den ersten neun Monaten 2016 bekannt. Zwei Analysten haben zum AWP-Ausblick beigetragen.
14.11.2016 14:02

FOKUS: Die Bâloise hat die Weichen für die Zukunft bereits am Investorentag von Ende Oktober gestellt und so dürften die Zahlen zur Volumenentwicklung in den ersten neun Monaten nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Umso mehr als dass die Bâloise keine Angaben zum operativen Ergebnis oder dem Gewinn macht.

Die Analysten der Bank Vontobel rechnen mit einem leichten Anstieg des Geschäftsvolumens auf 7,11 Mrd CHF von 7,05 Mrd im Vorjahr. Das Wachstum unterstützen dürfte dabei das Geschäft mit Unit-Linked-Produkten in Belgien/Luxemburg, während das hiesige Geschäft mit traditionellen Lebensversicherungen auch von der Bâloise bewusst gedrosselt wird. Demgegenüber gehen die Experten von Kepler Cheuvreux von einem Rückgang auf 6,56 Mrd aus.

ZIELE: Am Investorentag von Ende Oktober bekräftigte die Bâloise das Eigenkapital-Renditeziel von 8 bis 12%. Bereits diese Zielsetzung stelle im derzeitigen Marktumfeld mit rekordtiefen Zinsen eine grosse Herausforderung dar, sagte Finanzchef German Egloff damals.

Ergebnisverbesserungen strebt die Versicherungsgruppe insbesondere in Deutschland an. Die Combined Ratio soll in der Ländereinheit im kommenden Jahr unter die gewinnbringende Marke von 100% und später bis in den Bereich von 96 bis 98% geführt werden.

Auf Gruppenebene rechnet das Unternehmen dadurch neu mit einer Combined Ratio im Bereich von 90-95% nach zuvor 93-96%.

PRO MEMORIA: Am Investorentag hat das Bâloise-Management unter der Leitung des neuen CEO Gert de Winter aufgezeigt, mit welchen strategischen Prioritäten die Gruppe in die Zukunft geführt werden soll. Die Bâloise will mit modernen Versicherungslösungen Neukunden dazugewinnen und gleichzeitig das Kerngeschäft (Stichwort: Turnaround in Deutschland) profitabler gestalten.

Geld, das nicht in die Wachstumsprojekte fliesst, soll derweil an die Aktionäre zurückgeführt werden. Und so hatte die Bâloise die Anleger am Investorentag mit der Ankündigung zu einem neuen Aktienrückkaufprogramm überrascht. Es sollen insgesamt rund 1 Mio eigene Aktien zurückgekauft werden. Die Dividende will de Winter über die Jahre nachhaltig erhöhen.

In der Geschäftsleitung kommt es im nächsten Jahr zu grösseren Veränderungen. CFO German Egloff und Head Asset Management Martin Wenk hätten sich dazu entschieden, im Verlauf des nächsten Jahres kürzer zu treten, teilte die Bâloise Mitte Oktober mit. Zur Sicherstellung einer geregelten Nachfolge, sei der Rücktritt aus der Konzernleitung per Ende April 2017 vereinbart worden. Beide würden danach für ausgewählte Aufgaben weiterhin zur Verfügung stehen.

Die Bâloise will sich vermehrt der Bedeutung der Digitalisierung widmen und hat dazu die Abteilung mit dem Namen Group Strategy and Digital Transformation neu geschaffen. Da die digitale Revolution die Branche grundlegend verändere und Geschäftsmodelle vor Herausforderungen stelle, wolle man sich an die verändernden Bedürfnisse der Kunden anpassen, hiess es Mitte September. Die Leitung des Bereichs übernahm Adrian Honegger.

AKTIENKURS: An der Börse verzeichnen die Bâloise-Aktien seit Anfang Juli einen stetigen Anstieg, der sie von Kursen bei 103 CHF zurück über die Schwelle von 120 CHF geführt hat. Gut aufgenommen wurde etwa auch die Aussichten auf höhere Dividenden und den geplanten Aktienrückkauf.

Homepage: www.baloise.com

yl/mk

(AWP)