Ausblick Clariant: Quartals-EBITDA von durchschnittlich 213 Mio CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Chemiekonzern Clariant publiziert am Donnerstag, 27. Oktober das Geschäftsergebnis zum dritten Quartal 2016. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
26.10.2016 14:03
Q3 2016
(in Mio CHF)   AWP-Konsens     Q3 2015

Umsatz           1'439          1'410        
EBITDA*            213            207        

*Vor Einmaleffekten

FOKUS: Der Spezialchemiekonzern dürfte im dritten Jahresviertel den Umsatz weiter gesteigert haben. Wie in den vorangegangenen Quartalen dürften vor allem die defensiven Geschäftsbereiche besser abgeschnitten haben als die konjunktursensitiven. Punkto Profitabilität erwarten die Experten im Vorjahresvergleich höchstens marginale Fortschritte.

Von Interesse dürften Aussagen zum Catalysis-Geschäft sein mit Blick auf die Talsohle, welche die Rohölpreise erreicht haben. Auf der anderen Seite steigen natürlich auch die Inputkosten graduell an. Ein Update des Managements punkto Verkaufspreise wäre hilfreich für die Investoren.

Ein ganz besonderes Augenmerk legen die Analysten auf die Entwicklung des Cashflows. Clariant hat diesbezüglich in den letzten Jahren selten brilliert und für 2016 eine weitere Besserung versprochen. Da Clariant zum ersten und dritten Quartal neu ein "abgespecktes" Reporting abliefert, wird kein Zwischenstand per Ende September 2016 kommuniziert.

ZIELE: Für 2016 stellt Clariant ein nicht näher quantifiziertes Umsatzwachstum in Lokalwährungen sowie eine Verbesserung der EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen in Aussicht. 2015 lag die genannte Marge bei 14,7%. Zudem wolle man eine signifikant verbesserte Cashflow-Generierung zeigen, so Clariant letzten Februar.

PRO MEMORIA: Die Chemieindustrie leidet seit geraumer Zeit unter der Schwäche in den Schwellenländern und einem anhaltenden Preisdruck. Zuletzt hat etwa der wichtige deutsche Branchenverband VCI Anfang September vorausgesagt, das Chemiegeschäft dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte ohne Dynamik bleiben. Weder im Inland noch im Ausland seien nachhaltige Wachstumsimpulse erkennbar.

Clariant selber ist zuletzt an der Akquisitionsfront aktiv geblieben: Mit Kel-Tech und X-Chem wurden Mitte September zwei Firmen aus dem Bereich Ölfeldchemikalien in Nordamerika übernommen. Die Zukäufe bringen rund 200 Mio USD an zusätzlichem Umsatz. Stichtag für die Akquisitionen war der 1. Oktober 2016.

Auch das Produktionsnetzwert wurde in den letzten drei Monaten erweitert: In Sao Paulo plant das Unternehmen sein erstes globales Kompetenzzentrums für Haarpflege in Brasilien, in Frankreich wird an einer Produktionsstätte eine neue Hochgeschwindigkeits-Offset-Druckmaschine für das Bedrucken von Tuben installiert und am US-Standort Louisville wurde eine neue Produktionseinrichtung für Polypropylen-Katalysatoren in Betrieb genommen.

AKTIENKURS: Die Clariant-Aktien weisen 2016 mit einem Minus von rund 11% eine bisher deutlich negative Jahresbilanz auf und fallen auch hinter leicht den Gesamtmarkt zurück. Dieser gab gemessen am SPI im selben Zeitraum lediglich rund 4% nach.

Homepage: www.clariant.com

jl/ra/an

(AWP)