Ausblick Galenica: Jahres-Nettoumsatz von durchschnittlich 4,11 Mrd CHF erwartet

Der Pharma- und Apothekenkonzern Galenica gibt am Donnerstag, 19. Januar, die Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2016 bekannt. Insgesamt haben sechs Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
18.01.2017 13:16
(in Mio CHF)             AWP-Konsens          2015  
 
Nettoumsatz                4'112             3'792  
- Santé                    2'944             2'891  
- Vifor                    1'182               967  

FOKUS: Galenica dürfte den Umsatz im abgelaufenen Jahr erneut deutlich, vielleicht sogar im zweistelligen Prozentbereich gesteigert haben. Dabei interessiert besonders, wie sich die Verkäufe des Eisenpräparats Ferinject/Injectafer und des Phosphatbinders Velphoro entwickelt haben. Die Blicke richten sich zudem auf den Umsatz des Eisenpräparats Veltassa des im vergangenen Jahr übernommenen US-Pharmaunternehmens Relypsa. Die Ergebniszahlen veröffentlicht Galenica am 14. März.

Anleger und Analysten hoffen am Donnerstag auch darauf, dass Galenica weitere Informationen zum Zeitpunkt der im laufenden Jahr geplanten Trennung in einen Pharma- (Vifor Pharma) und einen Apotheken/Logistik-Teil (Galenica Santé) abgeben wird. Beide Teile sollen künftig als unabhängige Gesellschaften geschäften und an der Schweizer Börse kotiert sein.

ZIELE: Mit Blick auf die im September 2016 einen Monat früher als erwartet abgeschlossen Relypsa-Übernahme hatte Galencia im Oktober die Guidance den neuen Umständen entsprechend angepasst. Während der EBIT bei Vifor Pharma auf vergleichbarer Ebene nach wie vor um 10% ansteigen soll, werde die Relypsa-Akquisiton diesen mit rund 120 Mio CHF belasten, kündigte Galenica an. Demgegenüber dürfte Galenica Santé den EBIT aus dem Jahr 2015 übertreffen.

Auf Gruppenebene rechnete Galenica - auf vergleichbarer Basis - unverändert mit einem Gewinnanstieg sowohl vor als auch nach Abzug der Minderheitsanteile um rund 10%. Hinzu kommt die Belastung auf dem Gewinn von rund 90 Mio CHF durch den Zukauf zusammen mit der Aktivierung latenter Steuerforderungen.

PRO MEMORIA: Nebst dem Update zu den Geschäftszielen hatte Galenica im Oktober auch Anpassungen in der Führungsstruktur vorgenommen. Der Leiter der Partnergesellschaft Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (VFMCRP), Stefan Schulze, wurde zum Direktionspräsidenten und COO von Vifor Pharma ernannt. Er verantwortet ab Mai 2017 die operativen Geschicke bei Vifor unter der Führung des exekutiven Verwaltungspräsidenten Etienne Jornod.

Desweiteren wurde Felix Burkhard zum neuen Finanzchef der Gruppe ernannt. Er löste zu Beginn des neuen Jahres Jörg Kneubühler ab, der sich wiederum nun vollumfänglich seiner Funktion als CEO von Galenica Santé widmet.

Mit der Übernahme von Relypsa für insgesamt 1,53 Mrd USD hat Galenica laut eigenen Angaben die Position von Vifor gestärkt. Relypsa bringt etwa die globalen Rechte am Hyperkaliämiemedikament Veltassa mit ein. Durch die Übernahme erhielt Vifor zudem die lange angestrebte kommerzielle Plattform in den USA.

Eine weitere Übernahme kam Anfang Januar zum Abschluss: Wie bereits im Mai angekündigt, wird die Ostschweizer Ärzte-Grossistin Pharmapool übernommen. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf insgesamt 27,9 Mio CHF.

Mit dem US-Biopharma-Unternehmen ChemoCentryx wiederum hat Vifor Pharma seine Allianz bei der Behandlung von Nierenerkrankungen im Dezember ausgeweitet.

Aus der Pipeline gab es noch positive Studienresultate mit dem Eisenpräparat Ferinject in der Versuchsreihe "EFFECT-HF" zu berichten. Untersucht wurden die Auswirkungen der intravenösen Ferinject-Therapie im Vergleich zur Standardtherapie auf die Leistungsfähigkeit bei symptomatischen Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und Eisenmangel.

Zudem teilte der langjährige Galenica-Hauptaktionär Sprint um die Investoren Stefano Pessina und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) zum Jahresstart noch mit, dass sie ihre Beteiligung vollständig abgebaut hat.

AKTIENKURS: Die Galenica-Titel verlieren nach einer schwachen Performance im Jahr 2016 (-27%) auch im neuen Börsenjahr weiter an Wert. Seit Jahresbeginn gaben sie mit rund 1,5% allerdings nicht allzu deutlich nach.

jl/an/mk

(AWP)