Ausblick Geberit: 9-Monatsumsatz von durchschnittlich 2,21 Mrd CHF erwartet

Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober die Ergebnisse zu den ersten neun Monaten 2017. Insgesamt haben sechs Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
30.10.2017 13:18
(In Mio CHF)             AWP-Konsens         9Mte 2016 

Umsatz                     2'212,9             2'172     
Adj. EBITDA                  658,9             651,8   
EBITDA                       613,7             649,9  
EBIT                         504,8             544,4  
Adj. Reingewinn              481,9             491,5  
Reingewinn                   418,6             469,1  

FOKUS: In Marktkreisen wird einhellig erwartet, dass Geberit das organische Wachstum in Lokalwährungen von 2,8% im ersten Semester im dritten Quartal leicht übertreffen wird. Dies entspräche auch der Guidance des Unternehmens, welche sich im August für das zweite Semester zuversichtlich gezeigt hat. Als Bremsfaktoren gelten die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, der Umstand, dass das dritte Quartal einen Arbeitstag weniger umfasste als im Vorjahr sowie der anhaltende Engpass bei den Installateuren in Deutschland. Auf Kommentare zu der diesbezüglichen Entwicklung werden die Investoren denn auch genau achten. Ein positiver Einfluss kommt dagegen von der Schwäche des Frankens gegenüber dem Euro.

Der negative Einfluss der Rohmaterialpreise auf die Margen dürfte leicht abnehmen, da die Preise bereits im dritten Quartal 2016 angestiegen sind. Die Frage, ob der positive Währungseffekt den negativen durch die gestiegenen Rohmaterialpreise aufwiegen kann, wird in Marktkreisen unterschiedlich beurteilt. So gibt es sowohl Analysten, welche für das dritte Quartal eine leicht verbesserte adjustierte EBITDA-Marge prognostizieren als auch solche, die vom Gegenteil ausgehen. Die im August genannte Guidance für das Gesamtjahr dürfte gemäss Einschätzung der meisten Experten bestätigt werden.

ZIELE: Damals hatte Geberit für das Gesamtjahr ein währungsbereinigtes, organisches Wachstum des Nettoumsatzes von 3 bis 4% sowie eine adjustierte EBITDA-Marge von rund 28% in Aussicht gestellt.

Als Mittelfristziel gilt für den Umsatz ein organisches jährliches Wachstum über die Zyklen von 4 bis 6% ab 2018 sowie eine EBITDA-Marge im Bereich von 28 bis 30%.

PRO MEMORIA: Aufgefallen ist im ersten Halbjahr insbesondere die leicht rückläufige Entwicklung im wichtigsten Markt Deutschland. "Für die Nachfrage in Deutschland bleiben wir zuversichtlich", sagte indes CEO Christian Buhl damals dazu. Das Wachstumspotential sei wegen der limitierten Installateurskapazitäten aber stark eingeschränkt. Der Engpass bei den Installateuren werde in Deutschland im zweiten Semester nicht zu beseitigen sein, erklärte er zudem.

Mit Blick auf den Umsatzrückgang in Deutschland fügte Buhl im August weiter an, dass dafür verschiedene Faktoren verantwortlich gewesen seien. Einerseits habe sich der erwähnte Engpass bei den Installateuren zuletzt noch verschärft, andererseits sei die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr sehr stark. Eine Prognose, ob der Umsatz in Deutschland im zweiten Halbjahr erneut zurückgehen werde, wollte er nicht machen.

Zur Umsatzprognose von 3 bis 4% im Gesamtjahr meinte Buhl, dass der Juni verhältnismässig schwach gewesen war, dafür der Juli verhältnismässig gut.

Mit Blick auf die Rohstoffkosten erwartete Buhl für das dritte Quartal gegenüber dem zweiten eine stabile Entwicklung. Die Preise dürften aber deutlich über dem Niveau des dritten Quartals 2016 verharren und entsprechend auch im Gesamtjahr 2017 über dem Level von 2016 liegen, so seine Einschätzung.

AKTIENKURS: Die Aktie hat im laufenden Jahr auf Rekordniveau weiter zugelegt und weist derzeit eine Jahresperformance von über +15% auf, womit sie den Gesamtmarkt knapp hinter sich lässt. Das Allzeithoch markierten Geberit bei 486,90 Anfang August, nach der Präsentation der enttäuschenden Halbjahreszahlen ging es dann aber vorübergehend bis auf unter 440 CHF nach unten. Den Grossteil dieses Einbruchs hat der Titel wieder aufgeholt, womit aber auch das Potential für weitere Gewinne wieder geschrumpft ist.

jl/cf

(AWP)