Ausblick Geberit: Halbjahresumsatz von durchschnittlich 1,49 Mrd CHF erwartet

Das Sanitärtechnikunternehmen Geberit gibt am Donnerstag, 17. August, seine Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 bekannt. Insgesamt neun Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
16.08.2017 13:26
In Mio CHF              AWP-Konsens         H1 2016

Nettoumsatz                1'489             1'480  
adj. EBITDA*               446,4             441,9    
EBITDA                     400,0             438,3   
adj. EBIT*                 388,4             390,4    
EBIT                       329,7             369,5  
adj. Nettoergebnis*        328,6             333,2  
Nettoergebnis              275,1             316,3 

*bereinigt um Integrationskosten und Amortisationen

FOKUS: Wegen der geringeren Anzahl Arbeitstage dürfte sich das organische Umsatzwachstum im zweiten Quartal gegenüber dem ersten (+6,4%) verlangsamt haben. Gleichwohl erwarten die Analysten insgesamt ein solides Wachstum für das erste Semester, getragen von einem anhaltend freundlichen Marktumfeld.

Negativ ins Gewicht dürften die höheren Rohmaterialpreise fallen, worauf CEO Christian Buhl bereits im Mai hingewiesen hat. "Der Gegenwind von den Rohmaterialpreisen wird im zweiten Quartal zunehmen", so Buhl bei der Präsentation der Erstquartalszahlen. Einerseits geht er davon aus, dass die Preise gegenüber dem ersten Quartal leicht steigen werden. Andererseits seien die Preise im zweiten Quartal des Vorjahres gesunken, wodurch sich zwei negative Effekte kumulierten.

In Marktkreisen wird überdies auf die jüngst angekündigten Werkschliessungen in Frankreich verwiesen, welche den Betriebsgewinn gemäss Geberit im zweiten Quartal mit 44 Mio CHF belasten werden. Allgemein wird wie üblich eine erste quantitative Guidance für das Gesamtjahr erwartet.

ZIELE: Für das Gesamtjahr 2017 hätten sich die Einschätzungen seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2016 im vergangenen März nicht wesentlich verändert, hiess es im Mai. Die Bauindustrie sollte sich demnach im Jahr 2017 insgesamt positiv, jedoch je nach Region, Markt und Bausektor weiterhin stark unterschiedlich entwickeln.

So erwartete Geberit für Europa zuletzt eine Fortsetzung der im Vorjahr gestarteten Erholung. Positiv wurde dabei das Marktumfeld in den Ländern Deutschland, Schweiz, Österreich, in Skandinavien und in den Benelux-Staaten sowie in den osteuropäischen Ländern insgesamt eingeschätzt. Die Lage in Grossbritannien wurde wegen des Brexit als unsicher eingestuft und in Italien wurde eine Stabilisierung erwartet.

Die aktuellen Mittelfristziele gelten ab 2018. Ab dann wird mit einem organischen jährlichen Umsatzwachstum über die Zyklen von 4 bis 6% gerechnet. Dies unter der Annahme, dass der europäische Baumarkt zu "normalem" Wachstum zurückfindet. Durch die Realisierung der Synergien mit der übernommenen Sanitec soll die EBITDA-Marge in den Bereich von 28 bis 30% angehoben werden, im vergangenen Jahr lag die nicht um die Kosten bereinigte Marge bereits bei 28%. Der ROIC schliesslich soll 25% erreichen.

PRO MEMORIA: Mitte Juli hatte Geberit mitgeteilt, dass die Anfangs Jahr in Aussicht gestellten Schliessungen zweier Keramikwerke in Frankreich nun stattfinden werden. Nach monatelangen Verhandlungen habe man sich mit den Gewerkschaften darauf geeinigt. Die Keramikproduktion in Digoin wird eingestellt und das Werk in La Villeneuve-au-Chêne geschlossen. Die Kosten der Schliessung dürften das Resultat im zweiten Quartal 2017 mit 44 Mio CHF belasten, hiess es zudem.

Dass jüngst im wichtigsten Markt Deutschland die Zahl der Baubewilligungen zurückgekommen sei, habe mit den zahlreichen Bewilligungen für Wohnheime für Flüchtlinge im Vorjahr zu tun und sei entsprechend erwartet worden, erklärte Buhl im Mai. Das werde das Wachstum nicht negativ beeinflussen, zumal mittlerweile die Kapazitäten bei den Installateuren ausgebaut worden seien. Für die Schweiz prognostizierte Buhl ebenfalls Wachstum im Gesamtjahr, allerdings wegen der hohen Auslastung der Kapazitäten im Bau lediglich ein moderates.

AKTIENKURS: Die Aktie eilt seit vergangenem Jahr von einem neuen Hoch zum nächsten. Im laufenden Jahr liegt das Plus bei rund 17%, während die Performance aus dem Vorjahr bei +20% gelegen hatte. Das letzte absolute Hoch wurde Anfang August bei 486,90 CHF markiert.

ab/cf

(AWP)