Ausblick Geberit: Neunmonatsumsatz von durchschnittlich 2,18 Mrd CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit präsentiert am Freitag, 28. Oktober, die Ergebnisse zu den ersten neun Monaten 2016. Insgesamt haben acht Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
27.10.2016 13:21
(in Mio CHF)       AWP-Konsens       Bandbreite        9Mte 2015   Schätzungen
 
Umsatz               2'183,2      2'174,8 - 2'196,7      1'972          8
EBITDA*                650,1        638,9 - 659,8          557          6
Reingewinn             457,8        444,0 - 471,9          338          6

*adjustiert

FOKUS: In Marktkreisen wird ein weiteres gutes Quartalsergebnis von Geberit erwartet. Zwar könnte das Wachstumstempo gegenüber dem ersten Semester etwas zurückgekommen sein. Dies sei aber mit den zwei zusätzlichen Arbeitstagen im ersten Semester zu erklären, hiess es am Markt. Die Mehrheit der Analysten sieht ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich, gestützt von der guten Bauentwicklung in Deutschland und anderen europäischen Märkten.

Weitere Fortschritte dürfte Geberit zudem bei der Integration von Sanitec gemacht haben. Während sich gewisse Marktteilnehmer zudem eine Erhöhung der bisherigen Margen-Prognosen für das Gesamtjahr erhoffen, gehen andere davon aus, dass diese auf dem bisherigen Niveau belassen werden, da das vierte Quartal eine schwierige Vergleichsbasis aus dem Vorjahr habe.

ZIELE: Zum Ausblick auf das Gesamtjahr 2016 hiess es im vergangenen August mit den Halbjahreszahlen, dass mit einem währungsbereinigten, organischen Wachstum des Umsatzes von rund 5% zu rechnen sei sowie mit einer adjustierten EBITDA-Marge von rund 28%. Eine Herausforderung werde die im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich geringere Anzahl Arbeitstage sein, und insgesamt dürfte die Lage in der Bauindustrie anspruchsvoll bleiben.

CEO Christian Buhl zeigte sich im August dennoch insbesondere auch für die weitere Zukunft in Deutschland zuversichtlich. "Die Nachfrage in Deutschland ist sehr gesund und nachhaltig", sagte er. Eine Überhitzung, wie sie andere in der Baubranche in Deutschland stark engagierte Unternehmen orten, sieht Buhl nicht. Er räumte allerdings ein, dass die Kapazitäten der Installateure ziemlich ausgereizt seien und dass der Bestellungsbestand zuletzt zugenommen habe.

Für die Schweiz, den drittgrössten Einzelmarkt von Geberit, erwartet Buhl im zweiten Semester kein Wachstum. Bereits im ersten Semester sei dieser Markt nicht gewachsen, das Umsatzplus von 4% zeige aber, dass man Marktanteile gewonnen habe.

Die aktuellen Mittelfristziele gelten ab 2018. Ab dann wird mit einem organischen jährlichen Umsatzwachstum über die Zyklen von 4 bis 6% gerechnet. Dies unter der Annahme, dass der europäische Baumarkt zu "normalem" Wachstum zurückfindet. Durch die Realisierung der Synergien soll die EBITDA-Marge in den Bereich von 28 bis 30% angehoben werden, im vergangenen Jahr lag die nicht um die Kosten bereinigte Marge bei 24,4%. Der ROIC schliesslich soll 25% erreichen.

PRO MEMORIA: Nach dem Brexit-Votum der Briten verspürte Geberit kurzfristig keine Auswirkungen auf das Geschäft in Grossbritannien. Mittelfristig erhöhe sich dadurch aber die Unsicherheit, sagte Buhl im August.

Mit Blick auf die Sanitec-Integration erklärte der CEO, dass diese nach Plan verlaufe, dass sich aber die erwarteten Synergieeffekte noch rascher einstellten als gedacht. Er bestätigte die Erwartung von Synergieeffekten von insgesamt 45 Mio CHF, allerdings werde der Grossteil davon bereits 2016 realisiert sein und nicht wie ursprünglich prognostiziert erst 2017.

Ein kleines Problemfeld hatte sich für Geberit aufgetan, als die neueste Serie an Dusch-WCs stärker nachgefragt wurden, als Produktionskapazitäten vorhanden waren. Bis im August hatte sich der Bestellungsbestand im Bereich Aquaclean aber auf rund drei Monate verringert. Laut Buhl ist er zudem dank der erhöhte Kapazitäten bis Ende Jahr gänzlich abgearbeitet. Hieraus ergibt sich für Geberit im Gesamtjahr ein positiver Umsatzeffekt, welcher im Jahr 2017 wegfallen dürfte.

Die tiefen Rohmaterialpreise, welche das Ergebnis im ersten Semester positiv beeinflusst hatten, sollten im dritten Quartal gemäss Buhl etwas höher liegen als im zweiten. Für das Gesamtjahr stellte er aber durchschnittliche Rohmaterialpreise unter dem Niveau von 2015 in Aussicht.

AKTIENKURS: Die Aktien von Geberit haben im bisherigen Jahresverlauf um rund 24% angezogen und gehören damit zu den Top-3 unter den hiesigen Bluechips. Allerdings stagnierte das Papier in den vergangenen zwei Monaten leicht unter dem Allzeithoch von 434,10 CHF von Ende August. Bereits in den vier Jahren davor kletterten Geberit stetig nach oben.

sig/yl/cf

(AWP)