Ausblick Geberit: Quartalsumsatz von durchschnittlich 740 Mio CHF erwartet

Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit veröffentlicht am Dienstag, 2. Mai die Ergebnisse zum ersten Quartal 2017. Insgesamt haben neun Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
28.04.2017 13:19
(in Mio CHF)         AWP-Konsens           Q1 2016   

Umsatz                  740,4               718,6          
Adj. EBITDA*            218,6               209,2   
EBITDA                  214,9               207,5  
Adj. Reingewinn*        160,6               158,7     
Reingewinn              152,1               150,3      

* bereinigt um Integrationskosten und Amortisationen

FOKUS: Geberit dürfte nach dem starken vierten Quartal 2016 auch einen soliden Start ins Geschäftsjahr 2017 verzeichnet haben. Die Umsatzschätzungen der Analysten sehen eine organische Steigerung der Verkäufe im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich vor. Als stützende Faktoren gelten die einfache Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, das Mehr an Arbeitstagen wegen der ins zweite Quartal gefallenen Ostern, die robuste Marktverfassung in Europa sowie Synergien aus der Integration von Sanitec.

Etwas uneinig sind sich die Analysten in den Erwartungen für die EBITDA-Marge. Ein Teil verweist auf die mahnenden Wort von CEO Christian Buhl an der Bilanzmedienkonferenz vom März, wonach die steigenden Rohmaterialpreise auf die Margen drücken dürften. Deshalb wird von den vorsichtigen Prognostikern eine kaum veränderte bis allenfalls leicht steigende EBITDA-Marge erwartet. Optimistischere Experten gehen davon aus, dass Skaleneffekte und höhere Preise den dämpfenden Effekt der Rohmaterialkosten kompensiert haben und die Marge deshalb um bis zu 100 Basispunkte steigen könnte.

ZIELE: An der Bilanzmedienkonferenz vom März machte Geberit wie üblich noch keine konkreten Prognosen, zeigte sich aber insgesamt zuversichtlich für die Zukunft. "Insgesamt sehen wir ein vorteilhaftes, aber gemischtes Umfeld", sagte damals Buhl. Als Herausforderung sieht er 2017 die Rohmaterialpreise. "Die derzeit steigenden Preise werden einen dämpfenden Einfluss auf die Margen haben." Für das zweite Quartal seien die jährlichen Preiserhöhungen im üblichen Rahmen geplant, darüber hinaus könnten die Preise aber nicht an die Kunden weitergegeben werden.

PRO MEMORIA: Buhl zeigte sich im März zuversichtlich für den grössten Markt Deutschland, sah hier wegen des Engpasses bei den Installateuren jedoch limitiertes Wachstum. Als positiv bezeichnete er auch die Erwartungen für Österreich, wenn auch bei geringeren Wachstumsraten, und die Benelux-Staaten, wobei auch in den Niederlanden Installateure knapp werden. Für die Schweiz sieht die Prognose des Unternehmens ein moderates Wachstum vor, während in Frankreich eine Verbesserung des Bausektors erwartet wird.

Weiter warnte Geberit vor möglichen Sonderkosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Integration in Frankreich. Dort sei wegen Überkapazitäten die Schliessung zweier Werke geplant, was die Jahresrechnung mit 30 bis 40 Mio CHF belasten könnte. Derzeit seien noch die Verhandlungen mit den Gewerkschaften am Laufen und dass die Werke wirklich geschlossen werden, sei noch nicht sicher.

Mit der Integration von Sanitec sieht sich Geberit ansonsten weiterhin auf Kurs, bzw. dem Fahrplan voraus. Der Grossteil der geplanten Synergien im Umfang von 45 Mio EUR sei zwar bereits im Jahr 2016 erreicht worden, in der Zeitperiode von 2017 bis 2019 gelte es nun aber die verbleibenden Synergien zu realisieren.

Mit den Integrationskosten von Sanitec ist das Unternehmen gemäss Buhl ebenfalls auf Kurs. Im Geschäftsjahr 2016 fielen davon rund 15 Mio CHF an, 2017 sind dafür aber lediglich 5 Mio vorgesehen.

AKTIENKURS: Im laufenden Jahr haben Geberit bis anhin um rund 10% zugelegt und sich damit in etwa mit dem Markt bewegt. Im Vorjahr resultierte bereits ein Plus von 20%, womit sich Geberit klar besser geschlagen hatte als der Gesamtmarkt.

jl/cf/ab

(AWP)