Ausblick Givaudan: Halbjahresumsatz im Schnitt bei 2'505 Mio CHF erwartet

Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan publiziert am Donnerstag, 20. Juli, das Geschäftsergebnis des ersten Halbjahres 2017. Analysten erwarten im Durchschnitt folgende Resultate:
19.07.2017 14:00
H1 17E
In Mio CHF    AWP-Konsens    H1 16A
Umsatz          2'505         2'334 
-Aromen         1'357         1'202 
-Riechstoffe    1'149         1'132 
EBITDA            591           638 
Reingewinn        367           368 

FOKUS: Givaudan dürfte langsam aber sicher etwas Gegenwind von steigenden Rohstoffpreisen zu spüren bekommen. Analysten erwarten zwar erneut ein Umsatzwachstum, allerdings würden die Vergleichswerte schwieriger und besonders der Riechstoff-Bereich schwächle etwas, heisst es beispielsweise bei der Deutschen Bank. Bei den Aromen dürfte es vergleichsweise rund gelaufen sein. Zudem verbuchte Givaudan im Vorjahreszeitraum einen Sondergewinn aus Pensionsplanänderungen in Höhe von 55 Mio CHF.

Derweil dürften die 2016 übernommene Spicetec sowie Activ International für eine gewisse Verwässerung bei den Margen sorgen. Für die ZKB kommen noch vermehrte Marketingaufwendungen hinzu. Am Ausblick sollte das Management wie gewohnt festhalten.

ZIELE: Die mittelfristigen Ziele blieben bei der Bekanntgabe der Umsatzzahlen zum ersten Quartal im April wie üblich unverändert. Demnach streben die Genfer im Durchschnitt über den Zeitraum 2015 bis 2020 jährlich ein organisches Wachstum von 4 bis 5% an und wollen damit das Marktwachstum übertreffen. Die Free-Cashflow-Rendite soll gemessen an den Verkäufen in der Bandbreite von 12 bis 17% liegen. Die bestehende Dividendenpraxis soll im Rahmen dieser Ziele beibehalten werden.

PRO MEMORIA: Erst kürzlich gab Givaudan eine weitere ergänzende Übernahme bekannt. So soll die niederländische Vika übernommen werden, die Milchingredienzien, Fonds und Brühen herstellt. Im Geschäftsergebnis 2016 von Givaudan hätte sich der Umsatzbeitrag von Vika auf Pro-forma-Basis mit rund 64 Mio EUR niedergeschlagen. Finanziert wird die Übernahme aus den verfügbaren Mitteln. Der Abschluss der Transaktion ist für die zweite Jahreshälfte 2017 geplant.

Givaudan investiert darüber hinaus auch in kleinere Unternehmen. So unterstützt der Konzern das französische Start-up Sensorwake. Die Investition folge auf eine zweijährige Partnerschaft, während der Givaudan und Sensorwake gemeinsam eine Kollektion von Düften für das erste Produkt - einen Wecker, der den Benutzer mit seinem Lieblingsduft weckt - entwickelt wurden, hiess es Anfang Mai.

Ebenfalls Anfang Mai wurde der Grundstein für ein neues Verkapselungszentrum in Singapur gelegt. In Betrieb gehen soll das neue 500 Quadratmeter grosse Zentrum Mitte 2018.

Im ersten Quartal waren die Genfer noch erstaunlich stark gewachsen und hatten ein Umsatzplus von 7,7% ausgewiesen, auf vergleichbarer Basis waren es +3,5%. Die Dynamik zum Jahresstart bezeichnete der Konzern als "gut", das hohe Niveau der Projektpipeline und bei den Geschäftsabschlussraten sei beibehalten worden.

AKTIENKURS: Seit Anfang des Jahres hat die Aktie eine gewisse Berg- und Talfahrt hinter sich mit dem Tiefkurs im Februar bei 1'716 CHF und einem Hoch im Mai bei 2'106 CHF. Derzeit liegen die Titel bei 1'976 CHF und damit rund 6% über dem Jahresschlusskurs (1'866). Im Vergleich steht der SMI seit Beginn 2017 mit rund 10% im Plus.

Homepage: www.givaudan.com

dm/yl

(AWP)