Ausblick Kühne+Nagel: H1-EBIT von 510 Millionen Franken erwartet

Das Transport- und Logistikunternehmen Kühne+Nagel veröffentlicht am Dienstag, 23. Juli die Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2019. Insgesamt acht Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
22.07.2019 14:00
H1 2019E
(in Mio Fr.)       AWP-Konsens     H1 2018A    

Bruttogewinn        4'043           3'806         
EBITDA                857             608         
EBIT                  510             501          
Reingewinn*           385             389          

* nach Minderheiten

FOKUS: Für das Logistikunternehmen ist das Umfeld wieder etwas schwieriger geworden: Sobald der globale Konjunkturmotor leicht ins Stottern gerät, spüren die auf den Warentransport spezialisierten Unternehmen dies als erste. Entsprechend könnte das Volumenwachstum bei Kühne+Nagel im zweiten Quartal 2019 gemäss Analysten etwas gelitten haben. Nichtsdestrotz dürfte es - wie gewöhnlich - über dem Schnitt des Gesamtmarktes zu liegen gekommen sein.

Trotzdem könnte in der Folge auch das Wachstum beim EBIT etwas verhaltener ausgefallen sein, schreibt etwa die Zürcher Kantonalbank. Gleich mehrere Analysten weisen ausserdem auf die Kontraktlogistik hin, die derzeit einer Restrukturierung unterzogen wird. Die Paradedisziplin des Unternehmens aus Schindellegi ist derweil die Seefracht. Doch auch hier gehen die Experten zumindest von einer Verlangsamung des Volumenwachstums aus.

In der Luftfracht dürfte dank der Übernahme von Quick International Courier der Bruttogewinn pro Tonne gewachsen sein. Mit dem grossen Zukauf hatte Kühne+Nagel das Angebot im schnell wachsenden Bereich Flug-, Pharma- und Gesundheitsindustrie deutlich ausgebaut. Zum Ergebnis trägt die Akquisition von Quick in der Periode nun zum zweiten Mal bei.

ZIELE: Kühne+Nagel gibt keine kurzfristige Guidance heraus. Mittelfristig (bis 2022) hat das Unternehmen den Ehrgeiz, doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt zu wachsen und eine Konversionsmarge von mehr als 16 Prozent zu erreichen (2018: 12,8; 2017: 13,3 Prozent; 2016: 14,0 Prozent). Diese Kenngrösse drückt das Verhältnis zwischen Rohertrag und EBIT aus. Bis 2022 soll es vor allem dank der Einführung teilautomatisierter Speditionsleistungen (eTouch) klar aufwärts gehen. Das Hauptthema bei Erreichung dieser ehrgeizigen mittelfristigen Ziele sei die Auseinandersetzung mit den zwar nach wie vor wachsenden, aber doch sehr volatilen Märkten, heisst es bei Barclays.

PRO MEMORIA: Kühne+Nagel war nach einem schlechten vierten Quartal 2018 wieder positiv ins Jahr 2019 gestartet. Von Januar bis März glänzte das Unternehmen besonders in der Seefracht. Einen leichten Dämpfer gab es damals dafür in der Luftfracht. Und auch der Bereich Kontraktlogistik - hier wird beispielsweise die Lagerhaltung von Waren angeboten - wusste nicht vollends zu überzeugen. Wie die Royal Bank of Scotland in einem Ausblick auf das Halbjahresresultat schreibt, sollte die "Refokussierung" der Kontraktlogistik nun aber auf gutem Wege sein.

Erst diesen Monat hatte der Logistiker ausserdem in Asien einen Modernisierungsschritt gemacht und dort eine elektronische Plattform für den Landeverkehr lanciert. Die Plattform unter den Namen "etrucKNow.com" nutzt künstliche Intelligenz. Die Kunden können ihre Transportbedürfnisse mit den Kapazitäten der Frachtdienstleister abstimmen und dabei die manuellen Prozesse weglassen. Das passt gut zu Kühne+Nagel, gilt das Unternehmen in der Branche doch als digitaler Vorreiter.

Finanzchef Markus Blanka-Graff hatte im April gegenüber AWP in diesem Zusammenhang auch auf ein anderes neues Kühne-Produkt hingewiesen, das den Namen KN Pledge trägt. Dabei handelt es sich um eine Geld-Zurück-Garantie, falls eine Lieferung nicht rechtzeitig ihren Bestimmungsort erreichen sollte.

AKTIENKURS: 2019 hat die Kühne+Nagel-Aktie bisher etwa 14,5 Prozent an Wert zugelegt, ein Wert etwas unter dem Wachstum des Gesamtmarkts (SMI circa +18%). Nachdem das Papier im April dieses Jahres fast 150 Franken gekostet hatte, fiel es bis Ende Mai auf gut 130 Franken zurück. Aktuell sind mit 144,80 Franken (Stand Donnerstag) die bisherigen Jahresbestwerte wieder in Reichweite. Damit liegen die Papiere allerdings immer noch unter ihrem Stand vom Sommer 2018. Damals waren die Valoren auf Werte von über 160 Franken geklettert.

an/kw/ab/jl

(AWP)

 

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