Ausblick Kühne+Nagel: Q3-EBIT von durchschnittlich 245 Mio CHF erwartet

Das Logistikunternehmen Kühne + Nagel (K+N) publiziert am Montag, 16. Oktober die Ergebnisse zum dritten Quartal 2017. Insgesamt elf Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
13.10.2017 14:00
Q3 2017
(in Mio CHF)        AWP-Konsens    Q3 2016

Nettoumsatz            4'484        4'100        
Rohertrag              1'721        1'643             
EBITDA                   294          270             
EBIT                     245          223             
Reingewinn n.Mind.       194          176              

FOKUS: Analysten sind sich einig, dass Kühne+Nagel im dritten Quartal erneut schneller als der Markt gewachsen ist - sowohl im See- wie auch im Luftfrachtgeschäft. Die Profitabilität, die sich bereits im zweiten Quartal gegenüber dem vergleichsweise schwachen ersten Jahresviertel verbesserte, dürfte weiter zugenommen haben.

Der Grund: Die Experten gehen davon aus, dass sich die Situation bezüglich der stark gestiegenen Frachtraten weiter entspannt hat, weil die Kundenverträge je länger je mehr an die höheren Preise angepasst werden können. Zur Erinnerung: Im Herbst 2016 hatte ein starker Frachtratenanstieg - ausgelöst durch eine Verknappung der Transportkapazitäten im Nachgang zur Pleite der südkoreanischen Reederei Hanjin - zu Margendruck sowohl im See- wie auch im Luftfrachtgeschäft.

Für die beiden anderen und kleineren Geschäftsbereiche Landfrachtverkehr und Kontraktlogistik - hier bietet Kühne+Nagel beispielsweise die Lagerhaltung von Waren und das Management der Warenströme an - rechnen Analysten mit EBIT-Steigerungen, nachdem die Bereiche bereits im ersten Halbjahr positiv zum Konzernergebnis beigetragen hatten.

ZIELE: Für das Geschäftsjahr 2017 peilt der Konzern eine EBIT-Marge von mindestens 5% an. Im ersten Halbjahr war man diesbezüglich auf Kurs: Da kam sie bei 5,1% zu liegen. Analystenprognosen zufolge sollte die Dynamik im dritten Quartal sogar noch zugenommen haben.

An einem Investorentag im September verpasste sich Kühne+Nagel eine neues Mittelfristziel (bis 2022). Finanzchef Markus Blanka-Graff formulierte an der Veranstaltung die Ambition der Konzernleitung, im Rahmen der neuen Firmenstrategie "KN+NextGen" die sogenannte Konversionsmarge in den nächsten Jahren über die gesamte Gruppe auf über 16% zu steigern (mehr dazu unter PRO MEMORIA). Im Geschäftsjahr 2016 kam die entsprechende Marge, die in der Branche eine wichtige Kennzahl für die Rentabilität ist, bei 14,0% zu liegen.

PRO MEMORIA: Mit der am Investorentag präsentierten "KN+NextGen"-Strategie will Kühne+Nagel die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker in die eigene Wertschöpfungskette einbinden und damit in Sachen Profitabilität noch einen Zahn zulegen. Der Logistikkonzern zählt diesbezüglich bereits zu den Branchenführern.

Verbesserungen in der Profitabilität will man unter anderem durch "starkes" organisches Wachstum erreichen und dabei in den kommenden Jahren doppelt so schnell wie der globale Frachtmarkt wachsen. Zudem rechnet man sich Effizienzsteigerungen durch die Digitalisierung aus. Unter anderem soll das Serviceangebot durch neue Technologien wie datengesteuerte Wertschöpfungsketten erweitert werden. Entsprechendes Knowhow will sich Kühne+Nagel auch über Zukäufe sichern.

AKTIENKURS: Die Kühne+Nagel-Aktie hat sich im bisherigen Jahresverlauf relativ stark entwickelt (+32% vs. +18% für SPI; Stand Donnerstagmittag) und erreichte vor wenigen Tagen ein Allzeithoch.

Homepage: www.kuehne-nagel.com

jl/cp

(AWP)