Ausblick Kühne+Nagel: Q3-Gewinn von 199 Millionen Franken erwartet

Das Logistikunternehmen Kühne + Nagel publiziert am Donnerstag, 18. Oktober die Ergebnisse zum dritten Quartal 2018. Insgesamt acht Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
17.10.2018 13:00
Q3 2018E
(in Mio Fr.)        AWP-Konsens      Q3 2017A

Nettoumsatz            5'160          4'710
Rohertrag              1'919          1'759
EBIT                     256            233
Reingewinn n.Mind.       199            183

FOKUS: Das Logistikunternehmen Kühne+Nagel wächst in einem nach wie vor sehr fragmentierten Markt konsequent über dem Schnitt des Gesamtmarktes. Laut Analysten dürfte sich diese Entwicklung auch im dritten Quartal 2018 fortgesetzt haben, wobei das Unternehmen für den Einsatz digitaler Lösungen gelobt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt seien auch noch keine wesentlichen negativen Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China auf das Geschäft von Kühne+Nagel zu erwarten, schreibt ein Analyst.

Der Handelsstreit ist bereits in Kommentaren zu den Halbjahreszahlen im Sommer ein Thema gewesen. Allerdings äusserte sich das Unternehmen selbst damals vor allem sorgenvoll zum anstehenden Brexit. "Wird die Zollunion aufgelöst, müssten wir wieder Verzollungskapazitäten aufbauen", hatte Finanzchef Markus Blanka-Graff gewarnt. Und nach wie vor hat die Politik keinen Deal bezüglich des Austritts von Grossbritannien aus der EU präsentiert.

Betrachtet man die Prognosen der Analysten nach Sparten, so erwarten die Experten in der für den Logistiker wichtigen Seefracht ein Volumenwachstum im Bereich von 8 Prozent. Der Bruttogewinn pro Tonne dürfte sich nur unwesentlich verändert haben. Laut der Zürcher Kantonalbank dürften die Kosten infolge von Treibstoffzuschlägen jedoch überproportional ausgefallen sein.

In der Luftfracht wiederum wird mit einem Tonnagewachstum zwischen 10 und 17 Prozent gerechnet. Dabei dürften erneut Akquisitionen im Bereich der verderblichen Waren zum Wachstum beigetragen haben. Für die beiden kleineren Geschäftsbereiche Landfrachtverkehr und Kontraktlogistik - hier bietet Kühne+Nagel beispielsweise die Lagerhaltung von Waren an - gehen Analysten ebenfalls von Wachstum aus, allerdings weniger schnell als auch schon. Bei der Kontraktlogistik könnten ausserdem hohe Investitionen auf den EBIT gedrückt haben.

ZIELE: Kühne+Nagel gibt keine vierteljährliche Guidance heraus. Mittelfristig (bis 2022) hat das Unternehmen den Ehrgeiz, doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt zu wachsen und eine Konversionsmarge von über 16 Prozent zu erreichen (2017: 13,3 Prozent; 2016: 14,0 Prozent). Diese Kenngrösse drückt das Verhältnis zwischen Rohertrag und EBIT aus. Nach Divisionen betrachtet strebt Kühne+Nagel sowohl in der See- wie auch in der Luftfracht Werte von mindestens 30 Prozent an.

PRO MEMORIA: Letztlich ist das Hauptthema für das Unternehmen aus Schindellegi das selbe wie fast immer: Es muss beweisen, dass es die eigenen ambitionierten Mittelfristziele erreichen kann. Dabei gilt: Die Frachtmärkte wachsen zwar, sind aber sehr volatil. So hängen die Spediteure stark von den jeweiligen Dynamiken des Welthandels ab, die sie nicht wirklich beeinflussen können.

Dabei hat Kühne+Nagel im dritten Quartal die bisherige Strategie der ergänzenden Akquisitionen fortgesetzt. So übernahm der Konzern in Südostasien die Logistikaktivitäten des indonesischen Unternehmens Wira Logistics. Bereits im August wurde ausserdem die Akquisition des aufs Geschäft mit verderblichen Waren spezialisierten Unternehmens Panatlantic aus Ecuador bekannt gegeben. Und in Zentralasien und im Kaukasus wurde das lokale Logistiknetzwerk ausgebaut.

AKTIENKURS: Die Anteilsscheine von Kühne+Nagel wurden von der jüngsten Korrektur an den Aktienmärkten von letzter Woche in Mitleidenschaft gezogen. Im Vergleich zu ihrem Jahreshöchststand Anfang Januar haben die Valoren inzwischen etwa 23 Prozent an Wert verloren. Mit etwa 140 Franken notiert die Aktie dabei derzeit so tief wie seit Frühling 2017 nicht mehr.

an/kw

(AWP)