Ausblick Kühne+Nagel: Quartalsgewinn von durchschnittlich 171 Mio CHF erwartet

Das Logistikunternehmen Kühne+Nagel veröffentlicht am Donnerstag, 20. April, die Zahlen zum ersten Quartal 2017. Insgesamt haben zehn Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
19.04.2017 14:00
Q1 17
In Mio CHF     AWP-Konsens       Q1 16
Nettoumsatz        4'089         4'010        
Bruttogewinn       1'616         1'593        
EBIT                 219           217      
Reingewinn n. M.     171           168                

FOKUS: Analysten rechnen bei Kühne+Nagel für das erste Quartal 2017 im Vergleich mit dem Vorjahresquartal mit einem insgesamt stabilen Geschäftsverlauf. Die in der zweiten Jahreshälfte 2016 gesehenen Trends dürften sich sowohl im Seefrachtgeschäft wie auch im Luftfrachtmarkt fortgesetzt haben. In beiden Fällen wird davon ausgegangen, dass Kühne+Nagel die Volumen erneut steigern konnte.

In der Seefracht wird aufgrund der zwar steigenden, aber weiterhin volatilen Frachtraten jedoch mit anhaltendem Margendruck gerechnet. Das hat mit der durch die Hanjin-Pleite im vergangenen Sommer ausgelösten Marktdynamik zu tun. Der Konkurs der siebtgrössten Reederei der Welt hatte zu einem unerwartet starken Anstieg bei den Raten geführt, welche die Reeder in Rechnung in Stellen, da es zu Engpässen bei der Frachtkapazität gekommen war. Die laut Analysten nach wie vor stark schwankenden Transportpreise stellen die Logistikunternehmen weltweit vor grosse Probleme, da diese Preisschwankungen meist nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können.

Das Luftfrachtgeschäft hingegen dürfte den Analysten zufolge die tiefere Profitabilität zur See mehr oder weniger ausgeglichen haben. Eine positive Entwicklung in puncto Profitabilität wird auch in den beiden anderen Geschäftsbereichen Landfrachtverkehr und Kontraktlogistik - hier bietet Kühne+Nagel beispielsweise die Lagerhaltung von Waren und das Management der Warenströme an - erwartet.

ZIELE: Für das laufende Geschäftsjahr 2017 zeigte sich die Konzernleitung zuversichtlich. Zuletzt habe sich eine Stabilisierung bei der Ratenvolatilität abgezeichnet, was das Geschäft berechenbarer mache und im laufenden Jahr helfen sollte, die Margen zu steigern, so CEO Detlef Trefzger im März bei Vorlage der 2016er Zahlen. Für 2017 stellte er eine EBIT-Marge von mindestens 5% in Aussicht nach 5,6% in 2016.

PRO MEMORIA: Investoren warten gespannt auf September, wenn Kühne+Nagel an einem Investorentag eine neue Strategie vorstellen will. Mit dem Wechsel an der Verwaltungsratsspitze hat dies nichts zu tun, wie Trefzger an der Bilanzmedienkonferenz im März erklärte. "Wir hatten 2014 eine Strategie bis 2017 formuliert und nun schauen wir, auf welche Themen wir in unserem Geschäft in den kommenden Jahren fokussieren wollen."

Trefzger sieht für Kühne+Nagel Potential im Big-Data-Geschäft. Wie er im März in einem Interview mit der "Handelszeitung" erklärte, soll der Verkauf von Informationen an die Finanzindustrie zu einem eigenständigen Bereich ausgebaut werden. Dabei gehe es um Handels- sowie Zolldaten oder Wetterinfos, welche zusammengeführt als Prognosen verkauft würden.

AKTIENKURS: Die Kühne+Nagel-Aktie hat seit Jahresbeginn in etwa mit dem am SPI gemessenen Gesamtmarkt zugelegt und erreichte am Dienstagmorgen bei 147,40 CHF ein Allzeithoch.

Homepage: www.kuehne-nagel.com

yl/an/cp

(AWP)