Ausblick Kühne+Nagel: EBIT von durchschnittlich 906 Mio CHF erwartet

Das Transport- und Logistikunternehmen Kühne + Nagel veröffentlicht am Mittwoch, 1. März die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2016. Insgesamt haben neun Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
28.02.2017 14:00
2016
(in Mio CHF)      AWP-Konsens      2015

Nettoumsatz         16'405       16'731        
Rohertrag            6'594        6'251        
EBITDA               1'092        1'041        
EBIT                   906          850       
Reingewinn*            706          676        

(in CHF)
Dividende/Aktie      5,25          5,00        


*nach Minderheiten

FOKUS: Für Logistikunternehmen ist das Umfeld nicht gerade rosig: Der globale Warenaustausch kommt seit Jahren nicht so recht auf Touren, die Branche kämpft mit Überkapazitäten. Kühne+Nagel gelang es zwischen Januar und September 2016 dennoch, Rohertrag, EBIT und Gewinn zu steigern. Und Analysten erwarten dies auch für das Gesamtjahr.

In der Paradedisziplin Seefracht - hier ist Kühne+Nagel weltweit die Nummer eins - rechnen die Experten mit einem deutlichen Volumenwachstum sowohl für das vierte Quartal als auch für das Gesamtjahr. In puncto Profitabilität dürfte sich die schwache Entwicklung aus dem dritten Quartal im letzten Jahresviertel allerdings fortgesetzt haben. Analysten erklären dies mit gestiegenen Frachtraten; im dritten Quartal hatte die Pleite der südkoreanischen Reederei Hanjin für zusätzliche Kosten gesorgt.

Das Geschäft mit der Luftfracht dürfte dagegen auch im vierten Quartal gebrummt haben. Hier rechnen Analysten ebenfalls mit einer Steigerung von Volumen- und Profitabilität.

Neben den Zahlen ist unter den Analysten aufgrund des hohen Barmittelbestands von Kühne+Nagel immer auch die Möglichkeit einer Sonderdividende ein Thema.

ZIELE: Für das Geschäftsjahr 2016 stellte das Management um CEO Detlef Trefzger eine EBIT-Marge von mindestens 5% in Aussicht. Dies wurde zuletzt im Oktober bei Vorlage der Quartalszahlen bestätigt. Es müsste im Schlussquartal 2016 schon einiges Schief gegangen sein, damit das Ziel verfehlt wird. Denn nach neun Monaten kam die EBIT-Marge bei 5,5% zu liegen. Ebenfalls im Oktober wurde das Ziel der Steigerung von Volumen, Marktanteilen und EBIT für 2016 bekräftigt.

PRO MEMORIA: Wichtig für das Unternehmen und den weiteren Geschäftsverlauf ist die Entwicklung der Weltwirtschaft. Und die scheint nicht so Recht in Fahrt kommen zu wollen. Die Welthandelsorganisation WTO hatte im Herbst ihre Wachstumsprognosen für 2016 und 2017 reduziert. Demnach dürfte das Weltwirtschaftswachstum 2016 so niedrig gewesen sein wie zuletzt zu Zeiten der Finanzkrise 2009. Der Internationale Währungsfond IWF hatte im Oktober mitgeteilt, dass der aktuelle Ausblick auf die Weltwirtschaft gedämpft bleibe und mittelfristig das Wachstum der Industriestaaten weiter enttäuschend ausfallen dürfte.

Im vierten Quartal hat Kühne+Nagel diverse Aufträge vermeldet (u.a. 5-Jahresvertrag mit Metro Cash&Carry in Kroatien für Lagerlogistik, Inhouse-Logistik für Carcano Antonio mit Sitz in Mailand, Lagermanagement für Michelin in Polen, Verlängerung Logistikvertrag mit Werkzeugsparte Power Tools von Bosch in Skandinavien) und neue Dienstleistungen lanciert (u.a. neue Verpackungs- und Versand-Dienstleistung für die Märkte Consumer, E-Commerce und Pharmaceutical).

AKTIENKURS: Die Kühne+Nagel-Aktie hat seit Jahresbeginn in etwa mit dem Gesamtmarkt zugelegt und damit an die im November eingeleitete Aufwärtsbewegung angeknüpft. Am Montagmittag steht der Titel bei 141,10 CHF, vergangene Woche wurde bei 142,80 CHF das bisherige Jahreshoch markiert. Damit fehlt zum Allzeithoch von 148,70 CHF, auf welches die Aktie im April 2015 geklettert war, nicht mehr viel.

Homepage: www.kuehne-nagel.com

jl/cp/an

(AWP)