Ausblick LafargeHolcim-CMD: Greifbare Fortschritte und konkrete Ziele erwartet

Die Investoren und Analysten schauen mit Spannung auf den am Mittwoch anstehenden Capital Markets Day des Zementkonzerns LafargeHolcim. An der Veranstaltung, zu dem der Konzern nach England in den Steinbruch Bardon Hill in der Nähe von Birmingham einlädt, dürften insbesondere die Themen Kosten, Überprüfung des Portfolios mit weiteren Devestitionen sowie die Ziele für die kommenden Jahre zentral stehen.
27.11.2018 12:00

"Unser Spar- und Effizienzprogramm zahlt sich früher als geplant aus", hatte Konzernchef Jan Jenisch in einem Interview nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober gesagt. "Unsere Strategie beginnt Wirkung zu zeigen und wir konnten in diesem Jahr zum ersten Mal so gute Zahlen vorlegen."

Das Unternehmen hat mit steigenden Kosten bei Energie und Rohstoffen zu kämpfen. Zuletzt konnte das Betriebsergebnis jedoch trotzdem stärker gesteigert werden als der Umsatz. Geholfen haben die steigende Nachfrage, aber auch der Fakt, dass das Unternehmen in einer Reihe von Märkten höhere Preise für seine Produkte durchsetzen konnte.

Die Guidance für das Gesamtjahr 2018 wurde im Oktober angepasst. Das Unternehmen rechnet mit einem Wachstum beim Nettoverkaufsertrag von 4 bis 6 Prozent auf vergleichbarer Basis (zuvor 3-5%). Die Guidance zum Wachstum des wiederkehrenden EBITDA wurde auf 3 bis 5 Prozent auf vergleichbarer Basis gesenkt (zuvor 5%).

Fortschritte bei Strategy 2022

Der Investorentag gilt bei den Analysten als eine gute Gelegenheit für Jenisch, die Wirkung der im Frühjahr eingeleiteten Massnahmen näher zu beleuchten. Bei den geplanten Devestitionen hat das Unternehmen mit dem Verkauf seines 80-Prozent-Anteils an Holcim Indonesien inzwischen einen grossen Schritt nach vorne gemacht.

Die vom CEO im Februar vorgestellte "Strategy 2022" sah auch eine komplette Neubewertung des Portfolios vor. Der Verkauf der Einheiten in Indonesien war bereits seit längerem erwartet worden und nötig, um das im Frühjahr gesteckte Devestitionsziel von 2 Milliarden Franken bis Ende Jahr erreichen zu können. Dem Konzern dürfte der Verkauf rund 1,4 Milliarden Dollar in die Kassen spülen, hiess es.

Andere Massnahmen, wie die Aufgabe der Verwaltungsstandorte Zürich und Paris und die Verlegung der Zentrale nach Zug und Holderbank dürften bald abgeschlossen sein. Auch die Niederlassungen in Singapur und Miami wurden bereits geschlossen. Es sei also möglich, dass neue Sparprojekte und -ziele genannt würden, so Analysten.

Belege für Turnaround-Story

Es gebe viele Investoren, die bereit sind, an die Turnaround-Story bei LafargeHolcim zu glauben, schreibt etwa der Analyst Phil Roseberg von Bernstein. Jedoch brauche es mehr Details und greifbare Belege für Verbesserungen, die auch in den Zahlen deutlich würden. Er hoffe darauf, dass der CMD sachliche und realistische Fakten zu den Veränderungen im Unternehmen liefern werde statt wenig greifbarer Visionen für die Zukunft, wie es bei früheren Gelegenheiten der Fall gewesen sei.

Erwartet werden etwa mögliche News zu weiteren Devestitionsplänen oder Kostensenkungen. Auch der Turnaround im Zuschlagstoff- und Zement-Geschäft dürfte im Fokus stehen. Daneben sei aber auch ein überzeigender Plan nötig, wie das Unternehmen zurück auf den Wachstumspfad finden will. Dabei dürfte das Augenmerk auf Anschlussakquisitionen und dem zukünftigen Mix der Geschäftsfelder liegen.

Die LafargeHolcim-Aktien haben sich in den vergangenen Wochen von dem im Oktober markiertem Zweijahrestief bei 40,29 Franken erholt. Aktuell wird der Titel mit rund 46 Franken bewertet. Noch im Januar hatten LafargeHolcim bei 59,98 Franken den höchsten Stand seit der Fusion im Sommer 2015 erreicht.

yr/rw

(AWP)