Ausblick Lindt&Sprüngli: Halbjahresumsatz von durchschnittlich 1,60 Mrd CHF erw.

Der Schokoladefabrikant Lindt & Sprüngli präsentiert am Dienstag, 25. Juli, die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017. Insgesamt sechs Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen.
24.07.2017 13:55
H1 2017
(in Mio CHF)         AWP-Konsens    H1 2016

Umsatz                 1'602         1'502         
EBIT                   109,7          98,4          
- Marge (%)              6,8           6,6                     
Reingewinn              78,0          72,2          

(in %)
Organisches Wachstum     6,4           4,4         

FOKUS: Analysten erwarten für das erste Halbjahr solide Wachstumszahlen, wobei die Erwartungen recht unterschiedlich sind. Während einige Analysten aufgrund der eher schwachen Vorjahres-Vergleichszahlen (+4,4%) Werte von deutlich über 7% für das organische Wachstum prognostizieren, gehen andere aufgrund eines weiterhin eher schwächelnden US-Geschäftes lediglich von einem Plus von 5% aus. Die ZKB etwa weist darauf hin, dass das US-Geschäft gemäss Branchenzahlen (Nielsen) weiterhin harzt. Sie hat entsprechend eine eher tiefe Prognose. Die Bank Vontobel, die eine eher hohe Prognose hat, stimmt dem zwar zu; sie geht aber davon aus, dass Lindt in Märkten wie Brasilien, Japan, China oder Russland und im Segment 'Global Retail' stark wachsen wird und dass der Konzern in Europa oder Kanada weitere Marktanteile gewonnen hat.

Bezüglich Marge dürfte Lindt vor allem im zweiten Halbjahr von tieferen Kakaopreisen profitieren, wobei sich die ersten diesbezüglichen Effekte bereits im ersten Halbjahr zeigen könnten. Allerdings investiert Lindt zusätzliche solche Gewinne ins Marketing bzw. das Umsatzwachstum, so dass die Marge nicht stärker als die üblichen 20 bis 40 BP steigen dürfte.

Grundsätzlich leidet auch Lindt unter dem Gegenwind in der Nahrungsmittel-Industrie (u.a. Trend zu gesünderen Produkten etc.). Die meisten Marktteilnehmer trauen es Lindt aber zu, weiterhin deutlich über dem Markt zu wachsen. Die Expansion im Bereich Global Retail (eigene Ladengeschäfte) und der relativ geringe Marktanteil in den Emerging Markets sollte substantielles Wachstumspotential bieten, heisst es bei Vontobel. Auch die ZKB traut Lindt zu, mittelfristig wieder besser Fuss zu fassen im US-Markt.

ZIELE: Lindt rechnet für das Gesamtjahr laut Angaben vom vergangenen März mit einem ähnlichen organischen Wachstum wie 2016 (6%). Langfristig peilt der Konzern ein Wachstum von 6-8% sowie eine Verbesserung der EBIT-Marge von 20 bis 40 Basispunkten p.a. an. Die Guidance für das laufende Jahr dürfte gemäss Analysten-Erwartung bestätigt werden, wobei die Herausforderungen im zweiten Halbjahr zunehmen dürften.

PRO MEMORIA: Lindt macht jeweils einen Grossteil des Umsatz und des Gewinns - wegen des sehr wichtigen Weihnachtsgeschäftes - in der zweiten Jahreshälfte. Beim Umsatz sind es im zweiten Semester gut 60% des Gesamtjahreswertes, beim EBIT sogar rund 80%. In früheren Jahren machte Lindt im ersten Semester jeweils gar einen Verlust. Entsprechend ist das zweite Semester das klar wichtigere.

AKTIENKURS: Die Lindt-Aktien bzw. PS haben sich in den letzten Monaten klar unterdurchschnittlich entwickelt. Die Namenaktie hat sich dabei besser gehalten mit einem Plus von 7,6% bisher (Stand Montagvormittag), während der PS lediglich 3,4% höher notiert (SPI +13,6%). Die Prämie zwischen den beiden Papieren hat sich damit ausgeweitet auf ein Rekordhoch von annähernd 22%, gegenüber weniger als 19% in den letzten 12 Monaten bzw. gut 18% in den letzten fünf Jahren. Analysten sehen entsprechend mehr Potential für den PS, da sich die Differenz wieder dem Durchschnitt anpassen dürfte.

Homepage: www.lindt.ch

ab/uh

(AWP)