Ausblick Novartis: Jahresumsatz von 47,75 Mrd US-Dollar erwartet

Das Pharmaunternehmen Novartis veröffentlicht am Mittwoch, 29. Januar, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2019. Insgesamt haben 20 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
28.01.2020 13:11
2019E
(in Mio USD)            AWP-Konsens             2018   

Umsatz:                              
- Gruppe                   47'750              44'751   
- Innovative Med.          37'710              34'892  
- Sandoz                    9'680               9'859    

Core-EBIT*                 14'160              12'557      
Core-Reingewinn*           12'152              10'920    

(in USD)
Core-EPS*                    5,27                4,71    

(in Fr.)
Dividende je Aktie           2,95                2,85   


* Kern-Zahlen bereinigt um Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten, 
den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche 
Sonderpositionen          

FOKUS: Wenn der Pharmakonzern über die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr berichtet, wird es ein paar zentrale Themen geben, bei denen mit einem gesteigerten Interesse zu rechnen ist. Allen voran ist da die Gentherapie Zolgensma zur Behandlung der erblichen Musekelerkrankung SMA bei Säuglingen und Kleinkindern. Novartis hat mit dieser einmaligen Therapie für viel Medienrummel gesorgt. Denn immerhin ist Zolgensma aktuell mit einem Preis von mehr als 2 Millionen US-Dollar die teuerste Therapie weltweit. Daher wird die bisherige Umsatzentwicklung, aber auch die Verhandlungen mit den Krankenkassen im Mittelpunkt stehen.

Zudem werden Investoren und Analysten schauen, wie genau Novartis sich über die ablaufenden Patente seines Blockbusters Gilenya äussern wird. Wie es etwa bei der Credit Suisse heisst, sehen die Experten dort die Patentfrage als ein zentrales Risiko für Novartis.

Zudem seien zuletzt einige Mittel auf den Markt gekommen, die potenzielle Konkurrenz für Novartis bedeuten. So habe AbbVie etwa Skyrizi lanciert, das nun mit dem Schuppenflechtemittel Cosentyx von Novartis konkurriere, heisst es etwa bei Goldman Sachs.

ZIELE: Als Novartis im Oktober die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht hatte, erhöhte der Pharmakonzern zeitgleich seinen Ausblick für das Gesamtjahr zum dritten Mal in Folge. So geht das Management um CEO Vas Narasimhan davon aus, den Kernbetriebsgewinn im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich zu steigern, nachdem es bislang ein Wachstum im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich angepeilt hatte. Für den Umsatz stellt Novartis zu konstanten Wechselkursen neu ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussieht, hier hatte sich der Konzern bislang einen Zuwachs im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zum Ziel gesetzt.

Für die Division Innovative Medicines wird neu ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich angestrebt (bisher: mittlerer bis hoher einstelliger Prozentbereich). Und für Sandoz erwartet die Novartis-Führung neu ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich (bisher: Vorjahresniveau oder Wachstum im einstelligen Prozentbereich).

PRO MEMORIA: Seit den Zahlen zum dritten Quartal hat Novartis einen weiteren Zukauf angekündigt. Für annährend 10 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen Mitte November The Medicines übernommen. Damit holte sich der Pharmakonzern vor allem den Produktkandidaten Inclisiran ins Portfolio, der zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden soll. Novartis Kalkül dahinter ist es, die Produktpalette um das Herzmittel Entresto auszuweiten. Novartis selbst traut Inclisiran Blockbuster-Potenzial zu, also Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Darüber hinaus hat Novartis seit Oktober einige Erfolge zu verbuchen. So wurde etwa ein weiteres Biosimilar der Generika-Tochter Sandoz in den USA zugelassen, und auch Crizanlizumab darf mittlerweile in den USA zur Behandlung von Sichelzellanämie eingesetzt werden.

Dagegen hat der Konzern in anderen Studien, etwa mit Fevipiprant in der Asthma-Behandlung oder Cosentyx in der Behandlung von Patienten mit psoriatischer Arthritis (PsA), die gesteckten Ziele nicht erreicht.

Für die eigene Zukunft und auch die künftige Pipeline bleibt der Konzern dennoch voller Zuversicht. Beim Investorentag Anfang Dezember hiess es, Novartis verfüge derzeit über 25 potenzielle Blockbuster in der Pipeline. Für 2020/21 geht der Konzern davon aus, jeweils mehr als 10 Phase-III-Studien zu initiieren. Gespeist werde die Pipeline durch das Forschungslabor NIBR, hiess es dazu. Aber auch der chinesische Markt wird laut Novartis in den kommenden Jahren eine immer grössere Rolle für den Konzern spielen.

AKTIENKURS: Novartis-Aktien haben im bisherigen Jahresverlauf nicht ganz mit dem Markt mithalten können. So haben die Papiere bisher leicht verloren, während der Leitindex SMI in der Zeit leicht gestiegen ist. Das vergangene Geschäftsjahr hat sich Novartis mit +24 Prozent in etwa mit dem Markt bewegt.

hr/an/jl

(AWP)

 

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