Ausblick Novartis: Quartalsumsatz von 11'389 Mio bis 11'870 Mio USD erw.

Das Pharmaunternehmen Novartis veröffentlicht am Dienstag, 25. April die Ergebnisse für das erste Quartal 2017. Insgesamt haben 14 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
24.04.2017 13:45
Q1 2017E
(in Mio USD)          AWP-Konsens    Q1 2016A   

Umsatz:
- Gruppe                 11'621       11'600        
- Innovative Med.         7'695        7'729         
- Sandoz                  2'478        2'445         
- Alcon                   1'407        1'426         
EBIT (core)*              3'026        3'261        
Reingewinn (core)*        2'621        2'788            

(in USD)
EPS (core)*                1,13         1,17       

*) Kern-Zahlen bereinigt um Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten, 
den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche 
Sonderpositionen          

FOKUS: Wenn der Pharmakonzern Novartis seine Zahlen zum ersten Quartal vorlegt, sind sich die Analysten derzeit vor allem über eines einig: Der Start in das laufende Geschäftsjahr dürfte für den Konzern voraussichtlich den Tiefpunkt bedeuten. Entsprechend gehen sie von einem Gewinnrückgang aus.

Die Gründe hierfür sind altbekannte Themen. Da wäre etwa das Thema Generika-Einfluss. Denn mittlerweile ist das Patent für den Blockbuster Glivec/Gleevec auch in den USA abgelaufen und die auf den Markt drängenden Nachahmerprodukte werden die Umsätze mehr und mehr belasten.

Zudem werden die Kosten wegen verstärkter Investitionen in Marketing und Vertrieb für das Herzmittel Entresto sowie für Cosentyx zur Behandlung von Schuppenflechte an den Gewinnen genagt haben. Darüber hinaus wird vermutet, dass Novartis bei den Preisen für beide Mittel Zugeständnisse gemacht haben könnte, um so ihren Absatz anzukurbeln.

Worauf die Analysten in diesem Zusammenhang ebenfalls verweisen, sind die Vergleichszahlen, die gerade auf Umsatz-Seite anspruchsvoll sind.

Ausserdem werden Marktteilnehmer auf Neuigkeiten zur Augensparte Alcon hoffen. Zuletzt hatte der Konzern Ende Januar angekündigt, alle Optionen zu prüfen. In Medienberichten hiess es dazu zuletzt, der Konzern habe die Bank of Amercia engagiert, um die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten.

ZIELE: Beim Blick auf das Jahr 2017 hatte sich das Novartis-Management Ende Januar betont zurückhaltend gegeben. So stellte CEO Joseph Jimenez einen Nettoumsatz zu konstanten Wechselkursen weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht. Dabei sollen die Einbussen durch Generikakonkurrenz, einschliesslich weiterer generischer Versionen von Glivec/Gleevec in den USA und Europa, erneut wettgemacht werden. Das operative Kernergebnis des Konzerns werde voraussichtlich ebenfalls weitgehend auf Vorjahresniveau liegen oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz (zu konstanten Wechselkursen) zurückgehen.

Auch in der zentralen Sparte Innovative Medicines peilt Novartis einen Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau an. Für Alcon werden Erlöse weitgehend auf Vorjahresniveau oder ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Sandoz wiederum soll den Umsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigern.

Sollten sich die Wechselkurse im restlichen Jahresverlauf auf dem Durchschnittsniveau von Mitte Januar halten, rechnet Novartis im Jahr 2017 mit einem negativen Effekt von 2 Prozentpunkten auf den Umsatz bzw. 3 Prozentpunkten auf das operative Kernergebnis.

PRO MEMORIA: Novartis hat den Markt mit einer Vielzahl von Nachrichten in den vergangenen Monaten in Schach gehalten. Zu den klar positiven dürfte die US-Zulassung für das Brustkrebsmedikament Kisqali gehören. Mitte März hatte die US-Gesundheitsbehörde Kisqali (Ribociclib) die Zulassung in Kombination mit einem sogenannten Aromatasehemmer zur Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs (HR+/HER2-) erteilt.

Zu den Erfolgen gehören auch die Nachrichten zur personalisierten Zelltherapie CTL019. So hat die US-Behörde dieser in der Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) zugesprochen. In der Behandlung von Patienten mit wiederkehrendem/therapieresistentem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), bei denen zwei oder mehr Therapien bislang nicht angeschlagen haben, erteilte die FDA den Status "Therapiedurchbruch".

Dem steht ein Rückschlag mit dem Produktkandidaten RLX030 (Serelaxin) gegenüber. Der Hoffnungsträger hatte in einer Phase-III-Studie zur Behandlung von akutem Herzversagen seine Ziele nicht erreicht.

AKTIENKURS: Novartis-Aktionäre hatten 2016 mit Blick auf die Kursentwicklung wenig zu lachen und auch im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere mit einem knappen Plus von 0,1% (Stand Montagmorgen) zu den schwächsten Werten. Der Gesamtmarkt (SPI) hat dagegen im bisherigen Jahresverlauf knapp 9% hinzugewonnen.

AKTIENEINSTUFUNG: Gemäss AWP-Analyser bewerten Analysten den Titel folgendermassen:

Homepage: www.novartis.com

hr/dm/an

(AWP)