Ausblick Novartis: Quartalsumsatz von 11,9 Milliarden US-Dollar erwartet

Der Pharmakonzern Novartis präsentiert am Dienstag, 21. Juli, die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2020. Insgesamt haben 12 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
20.07.2020 13:45
Q2 2020E
(in Mio USD)        AWP-Konsens     Q2 2019A     

Umsatz:                 
- Gruppe              11'895        11'764                  
- Innovative Med.      9'447         9'326            
- Sandoz               2'372         2'438            
EBIT (core)*           3'651         3'648           

(in USD)
EPS (core)*             1,35          1,34           

*) Core-Zahlen bereinigt um Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten, 
den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche 
Sonderpositionen

FOKUS: Nachdem der Pharmakonzern im ersten Quartal noch davon profitiert hat, dass viele Kunden ihre Vorräte an Medikamenten aufgestockt haben, sollte sich diese Entwicklung im zweiten Quartal deutlich entschleunigt haben. Entsprechend dürfte das Wachstum beim Umsatz und Gewinn auch wieder im Rahmen der bisherigen Prognosen ausfallen.

Gleichzeitig dürfte sich die Pandemie noch bei den einzelnen Produkten bemerkbar machen. Denn auch im zweiten Quartal wurden bestimmte Behandlungen eher verschoben, um die nötigen Betten in den Spitälern nicht zu belegen und weil die Kapazitäten in der Grundversorgung zum Teil fehlten.

Gleichzeitig rechnen einige Experten damit, dass der Konzern die Währungseinflüsse neu beziffern werde.

ZIELE: Bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hatte das Novartis-Management seine bisherige Prognose bestätigt. So geht der Konzern zu konstanten Wechselkursen davon aus, ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zu erzielen. Der operative Kerngewinn soll im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Der Ausblick beinhaltet neu auch das ursprünglich zum Verkauf vorgesehene Portfolio der oral verabreichten festen Darreichungsformen und das Dermatologiegeschäft von Sandoz in den USA.

Die Umsatzprognosen für die beiden Divisionen Innovative Medicines (Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich) und Sandoz (Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich) hatte Novartis ebenfalls bestätigt.

PRO MEMORIA: Seit den Zahlen zum ersten Quartal hat Novartis vor allem einen Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen. So hat sich der Konzern mit den US-Behörden im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen in Griechenland und Vietnam, aber auch in den USA selbst geeinigt.

Darüber hinaus hat der Pharmakonzern mit wichtigen Zulassungen punkten können. So wurde etwa die Gentherapie Zolgensma in Europa zugelassen. Für das Mittel Cosentyx hat sich der Konzern mittlerweile die Zulassung in der vierten Indikation gesichert - in den USA und Europa.

Nicht so gut lief es dagegen etwa in der Corona-Forschung. Hier hat der Basler Konzern eine klinische Studie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquine zur Behandlung des Coronavirus gestoppt. Novartis folgte damit auf Schritte der US-Zulassungsbehörde FDA, die eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Malariamittels zurückgenommen hatte. Auf Basis neuer Studien könne man nicht länger davon ausgehen, dass das oral verabreichte Mittel bei der Lungenerkrankung wirke, teilte die FDA dazu mit.

Dagegen hat der Konzern den Zulassungsantrag in der EU für das Augenmittel Xiidra von selbst zurückgezogen. Novartis hatte das Mittel im Mai vergangenen Jahres für 3,4 Milliarden US-Dollar vom japanischen Takeda-Konzern gekauft. Grund für diese Schritt waren Bedenken der Behörde über die Wirksamkeit des Mittels.

AKTIENKURS: Seit Jahresbeginn sind die Novartis-Aktien um annähernd elf Prozent zurückgekommen. Sie hinken damit dem SMI hinterher, der in der gleichen Zeit knapp zwei Prozent verloren hat. Zum Vergleich: Beim Basler Konkurrenten Roche stehen seit dem Jahreswechsel Kursgewinne von gut acht Prozent zu Buche.

Website: www.novartis.com

hr/jl

(AWP)

 
Aktuell+/-%
Novartis N75.94-0.09%