Ausblick Novartis: Quartalsumsatz von durchschnittlich 12,15 Mrd USD erwartet

Zürich (awp) - Der Pharmakonzern Novartis präsentiert am Dienstag, 19. Juli, die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2016. Insgesamt haben 13 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
18.07.2016 14:00
Q2 16
In Mio USD      AWP-Konsens        Q2 15

Umsatz:
- Gruppe          12'151          12'694      
- Pharma           8'104           8'633       
- Sandoz           2'564           2'530      
- Alcon            1'483           1'531            

EBIT (core)        3'234           3'593       
EPS (core)          1,19            1,27       

FOKUS: Wenn Novartis seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt, werden die Kern-Themen erneut die Augensparte Alcon und die beiden Medikamente Entresto und Cosentyx sein. Damit hat sich an den Punkten, die die Investoren beschäftigen, in den vergangenen Quartalen nicht viel geändert. Entsprechend werden Investoren genau schauen, ob sich die Lage langsam bessert. Für die Augensparte Alcon etwa dürften die Vergleichszahlen mit dem aktuellen Berichtszeitraum etwas vorteilhafter werden. Zur Erinnerung: Die Probleme der Augensparte jähren sich mit dem aktuellen Bericht.

Dennoch rechnen Analysten im Schnitt damit, dass Novartis auch im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn Rückgänge verbucht hat. Gründe dafür sind unter anderem, dass neue Produkte wie das Herzmittel Entresto und Cosentyx zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen noch nicht komplett den Umsatzverlust durch auslaufende Patente etwa des Blockbusters Glivec ausgleichen können.

ZIELE: Als Novartis Ende April seine Zahlen für das erste Quartal präsentierte, hatte CFO Harry Kirsch jegliche Euphorie auf Analystenseite gleich gedämpft. Denn obschon der Konzern beim operativen Ergebnis zum Jahresauftakt etwas besser als befürchtet abgeschnitten hatte, dürfte das zweite Quartal den Tiefpunkt im laufenden Jahr bilden, so seine Prognose. Auf die ersten sechs Monate gerechnet, sagte Kirsch: "Im ersten Halbjahr dürfte das operative Ergebnis im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zurückgehen."

Im zweiten Halbjahr dagegen sollten unter anderem anziehende Umsätze bei Cosentyx gegen Schuppenflechte und beim Herzmittel Entresto den Trend beim operativen Gewinn umkehren, so dass unter dem Strich im Gesamtjahr ein operatives Kernergebnis auf Vorjahresebene übrig bleibt.

Mit Blick auf das Gesamtjahr hält das Novartis-Management um CEO Joseph Jimenez an der bisherigen Prognose fest. Danach sollen Nettoumsatz und Kernergebnis weitgehend auf dem Niveau von 2015 liegen. Die Einbussen durch Generikakonkurrenz werden weiter auf 3,2 Mrd USD veranschlagt und sollen vollständig wettgemacht werden. Leicht tiefer als Ende Januar wurden im April die Auswirkungen der Wechselkurse eingeschätzt.

PRO MEMORIA:

NEUAUFSTELLUNG: Wenn Novartis seine Zahlen vorlegt, wird der im Mai angekündigte Umbau bereits in Kraft getreten sein. Seit dem 1. Juli ist die bisherige Pharmadivision nicht nur in "Innovative Medicines" umbenannt, sondern auch in zwei neue Geschäftseinheiten aufgeteilt, Novartis Pharmaceuticals und Novartis Oncology. Der bisherige Pharmachef David Epstein ist weg und die Division nun direkt CEO Jimenez unterstellt. Die neuen Leiter der beiden Geschäftseinheiten sind Paul Hudson und Bruno Strigini.

Mit dem Umbau seines Kerngeschäfts hatte Novartis Beobachter zunächst überrascht. Gleichzeitig hält aber ein Teil der Experten diesen Schritt für nachvollziehbar. Mit der neuen Aufstellung will sich der Pharmariese stärker auf das Onkologiegeschäft fokussieren. Vor allem im Bereich der Immuno-Onkologie will Novartis zur Konkurrenz aufschliessen.

Mit Blick auf die Augensparte Alcon hatte das Novartis-Management bei einem Analysten- und Investorentag Ende Mai erklärt, die kriselnde Sparte solle unter dem neuen CEO Mike Ball zunächst auf Vordermann gebracht werden. Ob Alcon langfristig aber im Novartis-Verbund bleibe, steht jedoch nicht fest. Darüber werde zu gegebener Zeit entschieden, machte das Novartis-Management bei dem Anlass deutlich.

GENERIKA-KONKURRENZ: Bei der Vorlage der Jahreszahlen im Januar hatte der Novartis-Chef erklärt, die Umsatzeinbussen durch Generika-Konkurrenz dürften im laufenden Geschäftsjahr bei mehr als 3 Mrd USD liegen - so hoch wie noch nie zuvor. Mit seinen neu eingeführten Mitteln Cosentyx und Entresto habe Novartis aber bereits den Grundstein für künftiges Wachstum gelegt, das sich ab 2017 in den Kennzahlen auch spiegeln dürfte, hiess es im Januar.

PRODUKTE:

COSENTYX: Das Mittel gilt auch weiterhin als einer der künftigen Wachstumstreiber. Jüngste Daten haben gezeigt, dass Cosentyx sowohl bei Patienten mit Spondylitis Ankylosans als auch bei Patienten mit Psoriasis Arthritis ein Fortschreiten der Krankheit aufgehalten hat. Angesichts der jüngsten Daten plant Novartis jetzt, eine direkte Vergleichsstudie zwischen Cosentyx und Humira von AbbVie zu starten.

ENTRESTO: Das Herzmittel Entresto hat zuletzt verstärkt mit guten Nachrichten geglänzt, nachdem die Markteinführung in den USA zunächst eine Enttäuschung war. So hatte Novartis bei der Veranstaltung Ende Mai angekündigt, seine Verkaufstrupps in den USA für das Mittel deutlich vergrössert zu haben und seine Mannschaft nochmals verstärken zu wollen. Einen positiven Schub hatten zudem die Empfehlungen von Kardiologen in den USA und der EU gegeben. Sie hatten neue Richtlinien ausgegeben, die den Gebrauch des Mittel unterstützen.

AKTIENKURS: Die Novartis-Aktie hat sich seit Jahresbeginn nur knapp besser als der SMI entwickelt. Während Novartis-Aktien annähernd 7% verloren haben, ging es für den Schweizer Leitindex um knapp 9% abwärts. Die Aktien von Konkurrent Roche weisen aktuell einen Verlust von 8% auf.

Homepage: www.novartis.com

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(AWP)