Ausblick Novartis: Quartalsumsatz von durchschnittlich 12,18 Mrd USD erwartet

Zürich (awp) - Das Pharmaunternehmen Novartis veröffentlicht am Dienstag, 25. Oktober die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016. Insgesamt haben zehn Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
24.10.2016 14:00
Q3 2016
(in Mio USD)      AWP-Konsens   Q3 2015

Umsatz*:
- Gruppe           12'179        12'265        
- Innovative Med.   8'085         8'254        
- Sandoz            2'614         2'542        
- Alcon             1'480         1'469         
EBIT (core)**       3'259         3'489      

(in USD)
EPS (core)**         1,20          1,27       

*) Umsatzzahlen an die neue Divisionsstruktur angepasst
**) Kern-Zahlen bereinigt um Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten, 
den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche 
Sonderpositionen          

FOKUS: Novartis blickt bei der Vorlage seiner Zahlen auf ein bewegtes drittes Quartal zurück. Neben zahlreichen Erfolgen, die das Unternehmen mit einzelnen Medikamenten gemeldet hat, gab es auch immer wieder hochkochende Spekulationen über mögliche Bestechungen etwa in Südkorea oder der Türkei.

Mit Blick auf die Zahlen selbst erwarten Analysten bei einem nahezu stabilen Umsatz einen deutlichen Gewinnrückgang. Der Fokus auf Investoren- und Analystenseite dürfte erneut auf den drei Themen Alcon, Cosentyx und Entresto liegen. Mit Blick auf die Augensparte hatte das Management immer wieder zuletzt deutlich gemacht, dass auch eine Trennung von dem Geschäft durchaus eine Option wäre.

Während sich das Schuppenflechte-Mittel Cosentyx weiterhin in Richtung Blockbuster bewegt, werden die Marktteilnehmer vor allem auf die Umsatzentwicklung des Herzmittels Entresto weiter mit Argusaugen schauen, nachdem der Verkaufsstart für alle eher enttäuschend verlaufen ist.

ZIELE: Mit Blick auf das Gesamtjahr hatte Novartis zuletzt im Juli die bisherige Prognose bestätigt, wonach der Umsatz im Gesamtjahr 2016 zu konstanten Wechselkursen weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres erwartet wird.

Beim Kernergebnis hatte das Management hingegen seine Wortwahl im Sommer etwas zurückhaltender gestaltet. Wegen zusätzlicher Investitionen für Entresto im zweiten Halbjahr sei man etwas vorsichtiger. Wegen dieser zusätzlichen Investitionen und in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung von Gleevec erwartet die Konzernleitung von Novartis das operative Kernergebnis zu konstanten Wechselkursen voraussichtlich weitgehend auf Vorjahresniveau oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz tiefer. Im Frühjahr hiess es noch, auch der Gewinn solle weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

PRO MEMORIA: In den drei Monaten seit der Vorlage der Halbjahreszahlen hat Novartis mit zahlreichen Produktkandidaten Erfolge erzielt. Nahezu euphorisch reagierten einige Analysten auf die Daten zum Produktkandidaten BAF312 zur Behandlung von Multipler Sklerose. In einer Studie der Phase-III bei Patienten mit sekundär progressiver multipler Sklerose (SPMS) erzielte das Mittel positive Resultate. Diese Form von MS wird oft als zweites Krankheitsstadium der schubförmigen MS (RRMS) betrachtet, das bei etwa 40% bis 50% der RRMS-Patienten nach einigen Jahren auftritt.

Unerwartet gute Studiendaten legte Novartis auch für das Migränemedikament AMG 334 (Erenumab) vor. Das Mittel entwickelt Novartis zusammen mit Amgen. Das Marktpotenzial schätzte ein Analyst in einer ersten Reaktion auf die Daten auf bis zu eine Milliarde US-Dollar.

Bleibt noch die Krebs-Forschung. Novartis ist auch am diesjährigen ESMO-Kongress vertreten gewesen und hat den Anlass genutzt, über drei Studien zu berichten. Allen voran lieferte der Konzern Daten über die Wirksamkeit seines neuen Brustkrebsmedikaments LEE01 (Ribociclib). Das Medikament habe in Kombination mit dem Krebsmedikament Letrozol (Femara) das Risiko eines Fortschreitens der Krankheit oder von Todesfällen deutlich verringert. Die Reaktionen der Analysten fielen grundsätzlich zwar positiv aus. Allerdings zeigten sie sich leicht enttäuscht, dass sich das Mittel nicht so deutlich wie erhofft von Pfizers Konkurrenzmittel Ibrance unterschied und auch das Sicherheitsprofil einige Sorgenfalten verursachte.

Neue Studiendaten lieferte Novartis am ESMO-Kongress auch zu Zykadia (Ceritinib) bei Lungenkrebs. Das Medikament hat demnach bei Patienten mit einem bestimmten Lungenkrebs zu einem Überleben ohne Krankheitsfortschritt von 18,4 Monaten geführt.

Die Daten einer Phase-III-Studie (comvi-v), bei der die Medikamente Tafinlar (dabrafenib) und Mekinist (trametinib) miteinander kombiniert wurden, waren ebenfalls positiv. Die Kombination verbesserte die Überlebensrate bei Patienten mit fortgeschrittenem, lebensbedrohlichem Hautkrebs. Für die Analysten der ZKB sprechen die Langzeitdaten dieser Studie dafür, dass die Kombination vermehrt als Erstlinien-Therapie eingesetzt werden sollte, was wiederum das Blockbusterpotenzial untermauere.

AKTIENKURS: Novartis-Aktien haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Minus von etwa 12% zu Buche. Von ihrem bisherigen Jahrestief bei gut 68 CHF haben sie sich mittlerweile zwar erholt, bis zum bisherigen Jahreshoch bei 86,45 CHF ist es vom aktuellen Kurs bei 76,06 CHF aus allerdings noch ein weiter Weg. Zum Vergleich: Der Leitindex SMI hat seit Jahresbeginn etwa 8% an Boden eingebüsst.

Homepage: www.novartis.com

hr/yl

(AWP)