Ausblick Novartis: Quartalsumsatz von durchschnittlich 12,23 Mrd USD erwartet

Der Pharmakonzern Novartis präsentiert am Dienstag, 18. Juli, die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2017. Insgesamt haben 14 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
17.07.2017 13:55
Q2 17
In Mio USD           AWP-Konsens      Q2 16

Umsatz:
- Gruppe               12'226        12'470     
- Innovative Med.       8'143         8'387      
- Sandoz                2'550         2'577   
- Alcon                 1'494         1'506     
EBIT (core)             3'146         3'332     

(in USD)
EPS (core)               1,19          1,23     

FOKUS: Mit Blick auf das zu Ende gegangene zweite Quartal herrscht eine gewisse Übereinstimmung unter den Analysten, wenn es um Novartis geht: Es dürfte noch einmal ein schwieriges Quartal gewesen sein, bevor sich ab der zweiten Jahreshälfte allmählich eine gewisse Besserung einstellen dürfte. Entsprechend rechnen die meisten Analysten mit einem leichten Umsatzrückgang und einem operativen Kernergebnis, das im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahreswert liegen dürfte.

Wie es bei Kepler Cheuvreux heisst: Es dürfte schon reichen, wenn Novartis nicht schlechter als so abschneidet und dazu den bisherigen Ausblick bestätigt, dass die Märkte positiv reagieren. Und auch bei der Deutschen Bank zeigt sich der zuständige Analyst überzeugt, dass der Markt mit den bevorstehenden Zahlen das letzte der negativen Quartale gesehen haben dürfte.

Bei den Themen hat sich nicht so viel geändert. Die Frage ist nach wie vor, wie gut der Absatz mit den vergleichsweise neuen Mitteln Cosentyx, Entresto und dem jüngst zugelassenen Kisqali läuft. Bei der Generikasparte Sandoz wird der Preisdruck ein wichtiges Thema sein. Aber auch die Frage, wie gut sich die mittlerweile zugelassenen Biosimiliars schlagen. Zu guter Letzt ist auch die Augensparte Alcon und ihre allmähliche Erholung weiterhin ein wichtiges Thema. Dass Novartis etwas über die Zukunft der Sparte innerhalb des Konzerns sagt, ist eher unwahrscheinlich. Da verweist das Management immer wieder auf den Zeitplan, der eine Entscheidung zum Jahresende hin vorsieht.

ZIELE: Zuletzt hat Novartis-CEO Joseph Jimenez Ende Mai die bisherigen Ziele bekräftigt. Es bleibt dabei, dass sich das Blatt für den Konzern ab der zweiten Jahreshälfte langsam wenden sollte. Für das Gesamtjahr wird ein Nettoumsatz zu konstanten Wechselkursen weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das operative Kernergebnis dürfte weitgehend auf Vorjahresniveau liegen oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz (kWk) zurückgehen.

Mit Blick auf die Margen hatte Novartis anlässlich einer Investorenveranstaltung Ende Mai eine Verbesserung in den kommenden Jahren in Aussicht gestellt. "Möglicherweise können wir schon im kommenden Jahr eine Verbesserung sehen", kündigte Jimenez an.

An der gleichen Veranstaltung bekräftige die Konzernführung das bereits 2016 kommunizierte Ziel, bis 2020 etwa eine Milliarde US-Dollar einsparen zu wollen.

PRO MEMORIA: Seit der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hat Novartis eine straffe Taktung vorgelegt. Dabei hat der Konzern vor allem in den vergangenen Wochen mit Studiendaten zu verschiedenen Produktkandidaten "grosse weisse Kaninchen aus dem Hut gezaubert", wie es beispielsweise in einem Analystenkommentar hiess.

So hat der Konzern sowohl mit seinem Produktkandidaten RTH258 (Brolucizumab) zur Behandlung von altersbedingter neovaskulärer Makula-Degeneration (nAMD) als auch mit ACZ885 zur Behandlung von Herzkranzarterien-Erkrankungen die Ziele in wichtigen Studien erreicht. Was für etwas mehr Wirbel unter den Analysten gesorgt hat, war die Tatsache, dass sie beiden Kandidaten in ihren Modellen bislang nur eine minimale Erfolgschance zugestanden hatten.

Eine weitere wichtige Erfolgsmeldung konnte Novartis nur wenige Tage vor der Zahlenvorlage vermelden. Der beratende Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA hat einstimmig dafür gestimmt, die personalisierte Zelltherapie Tisagenlecleucel (CTL019) zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) zuzulassen. Diese so genannte CAR-Therapie ist eine weitere Form von Immun-Therapie. Novartis wäre auf diesem Gebiet der erste Konzern mit einer US-Zulassung und hätte damit dann auch hier eine Lücke geschlossen.

AKTIENKURS: Auf Jahressicht haben Novartis-Aktien bislang etwa 7,5% hinzugewonnen. Dabei waren sie Richtung Ende Juni nach den zahlreichen positiven Studienergebnissen bis auf 84,35 CHF gestiegen und damit den höchsten Stand in diesem Jahr. Dem leitindex SMI hinken sie damit aber dennoch hinterher, denn dieser hat seit Jahresbeginn um 9,5% zugekegt.

Homepage: www.novartis.com

hr/ab

(AWP)