Ausblick Partners Group: IFRS Jahresgewinn von 829 Millionen Franken erwartet

Der Vermögensverwalter Partners Group publiziert am Dienstag, 17. März, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2019. Insgesamt haben elf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
16.03.2020 16:03
2019E
(in Mio Fr.)        AWP-Konsens     2018A   

Erträge                1'456        1'326       
EBITDA                   942          882       
IFRS Reingewinn          829          769     

(in Fr.)
Dividende je Aktie     23,94        22,00      

FOKUS: Die Analysten gehen davon aus, dass Partners Group 2019 erneut deutlich gewachsen ist und auch deutlich mehr verdient hat. Im Mittelpunkt werden bei der diesjährigen Zahlenvorlage allerdings Aussagen zu den Einflüssen durch das Coronavirus stehen. So würden etwa die performance-abhängigen Einnahmen darunter leiden, sollte sich die Exit-Aktivität (der geplante Ausstieg mit Gewinn aus Beteiligungen) verlangsamen, schreibt Vontobel im Vorfeld. Eine Bestätigung der Guidance für das Jahr 2020 wäre sehr positiv.

Zuletzt hiess es Anfang März auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP vom Zuger Asset Manager: Es sei momentan noch zu früh zu sagen, inwieweit sich die Ausbreitung des Coronavirus auf das Investitionsverhalten der Kunden auswirkt.

Beunruhigt dürften Investoren auch sein, weil die Aktie im Zuge der Turbulenzen vom Hoch bei 968,80 Franken im Februar mittlerweile um rund ein Drittel auf unter 650 Franken eingebrochen ist. Der Aktienkurs habe ab Ende Oktober zu einer atemberaubenden Rally angesetzt, deren Katalysator bis heute nicht dingfest gemacht werden konnte, kommentiert die ZKB. Der generelle Marktabverkauf der letzten Tage habe nun den Überschwang wieder aus dem Kurs genommen, sodass die Aktie derzeit vernünftig bewertet scheine, so seine Meinung.

ZIELE: Für das laufende Geschäftsjahr 2020 rechnet die Gruppe mit einem weiteren Neugeldzufluss und geht von Kapitalzusagen von 15 bis 19 Milliarden US-Dollar aus, wie Partners Group Mitte Januar anlässlich der Veröffentlichung der verwalteten Vermögen 2019 kommunizierte. Zudem kalkuliert sie mit Tail-Down-Effekten in Höhe von -7,5 bis -9,0 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit Privatmarktanlagen ist sehr personalintensiv, und das Personal wächst üblicherweise im Einklang mit der Zunahme an verwalteten Vermögen. Nachdem es in den vergangenen Jahren etwas Aufholbedarf gegeben hatte und die Zahl der Mitarbeiter deutlich stärker zulegte, dürfte der Stellenaufbau 2020 wieder etwas gemächlicher vonstattengehen, wie das Management sagte. Es rechnet im laufenden Jahr mit 150 bis 175 Neueinstellungen. Ende 2019 waren 1'465 "Professionals" - wie Partners Group es nennt - beim Zuger Unternehmen angestellt.

Das Unternehmen peilt jeweils eine EBITDA-Marge von rund 60 Prozent an. Wegen des beschleunigten Personalaufbaus dürfte die Marge 2019 zwar tiefer ausfallen als 2018. Damals lag sie mit 66 Prozent aber noch klar über dem gesetzten Ziel.

PRO MEMORIA: Partners Group verwaltet mittlerweile Vermögen von über 80 Milliarden Franken: Bis Ende 2019 stiegen diese auf 83,8 Milliarden Euro an nach 79,8 Milliarden Ende Juni. Neu rapportiert Partners Group die verwalteten Vermögen allerdings in US-Dollar. In dieser Währung lagen sie per Ende Dezember bei 94,1 Milliarden Dollar. Die Kapitalzusagen erreichten im Berichtsjahr 16,5 Milliarden und die Tail-Down-Effekte -7,1 Milliarden.

Die Währungsumstellung soll die zunehmende Bedeutung des US-Dollar widerspiegeln, hiess es zur Begründung. Heute macht der Euro 46 Prozent der Vermögen aus und der Dollar 38 Prozent. Das Unternehmen erwarte aber künftig einen weiteren Anstieg des Anteils in Dollar, denn die USA soll als Markt an Bedeutung zunehmen. Dazu wurde - neben dem traditionsreichen Sitz in Zug - ein zweiter Hauptsitz in Denver, Colorado eröffnet.

Partners Group ist laufend auf der Suche nach guten Investments für seine Kunden. Zuletzt vermeldete die Gesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung an einem Entwickler für erneuerbare Energien mit Sitz in Deutschland namens VSB Group. Im vergangenen Jahr wurden 14,8 Milliarden Dollar für die hauptsächlich institutionellen Kunden - der Grossteil Pensionskassen - investiert.

Ungemach gibt es derweil in den USA: Dort ist Partners Group mit einer Klage konfrontiert. Das Güterzugunternehmen Midrail wirft dem Vermögensverwalter den Bruch einer Vertraulichkeitsvereinbarung vor. Dabei geht es um den Kauf des Bahnunternehmens Patriot Rail. Laut Partners Group ist die Klage völlig unbegründet: Man werde sich mit aller Kraft gegen die Behauptungen wehren, hiess es.

AKTIENKURS: Partners Group notieren aktuell bei 648,40 Franken (Stand Freitag 12.00 Uhr). Die Titel hatten 2019 um fast die Hälfte zugelegt und die Rally 2020 bis auf fast 970 Franken vor gut drei Wochen fortgesetzt. Das Minus im laufenden Jahr liegt damit bei 27 Prozent. Beim SPI sind es 17 Prozent Verluste. Homepage: www.partnersgroup.com

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(AWP)