Ausblick Richemont: Organisches Umsatzwachstum 5 Mte von +9 Prozent erw.

Der Luxusgüterhersteller Richemont wird am Montag, 10. September, nicht nur die ordentliche Generalversammlung abhalten, sondern auch über die Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende August) berichten. Insgesamt haben neun Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
07.09.2018 13:19
5 Mte 18/19E
(in %)                  AWP-Konsens      5 Mte 17/18A 

Wachstum:
Umsatz (inkl. Yoox)*       +20               +12   
Umsatz (exkl. Yoox)*        +9               +12  
-Schmuck*                  +12               +17  
-Uhren*                     +6                +7   


Umsatz (inkl. Yoox)**      +18               +10
Umsatz (exkl. Yoox)**       +7               +10 
-Schmuck**                  +9               +16 
-Uhren**                    +3                +6 


* Wachstum zu konstanten Wechselkursen (LW)
** Wachstum zum aktuellen Wechselkurs (EUR)

FOKUS: Am Tag der Generalversammlung publiziert der Schmuck- und Luxusuhrenkonzern Richemont jeweils Angaben zur Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten, also von April bis August. Analysten rechnen mit einem starken Umsatzwachstum, in der Berichtswährung Euro und insbesondere in Lokalwährungen. Ein Grossteil des Wachstums ist auf die im Mai erfolgte Konsolidierung des Onlinehändler Yoox Net-a-Porter zurückzuführen.

Aber auch organisch ist mit einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich zu rechnen, schliesslich sind die vom Schweizer Uhrenverband publizierten Exporte von Uhren im selben Zeitraum geschätzt in einem ähnlichen Umfang angestiegen und zuletzt hatte auch das Schmuckhaus und Konkurrent Tiffany ein deutliches Wachstum verzeichnet. Gleichzeitig kommen an der Börse Sorgen auf, das Wachstum könnte abflauen, nicht zuletzt aufgrund einer durch den Handelskrieg getrübt Stimmung vor allem unter chinesischen Konsumenten.

ZIELE: Zum Ausblick äussert sich das Management um Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär Johann Rupert stets sehr zurückhalten und konkrete Geschäftsziele werden für gewöhnlich nicht kommuniziert. Rupert sah anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im vergangenen Mai die Richemont-Marken, zu welchen etwa Cartier, IWC oder Piaget zählen, weiterhin gut positioniert, um langfristige Erfolge zu erzielen

PRO MEMORIO: Anlässlich der IWC-Fabrikeröffnung in Schaffhausen Ende August zeigte sich der Chef der Uhrenmarke, Christoph Grainger-Herr, sehr optimistisch was die weitere Geschäftsentwicklung betrifft. Die Region Asien-Pazifik habe sich erholt und die USA zeigten ebenfalls eine gute Entwicklung, sagte er gegenüber Medienvertretern.

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat auf eine Untersuchung gegen verschiedene Uhrenhersteller wegen deren Weigerung zur Lieferung von Ersatzteilen an unabhängige Uhrenmacher verzichtet. Die Vorabklärungen zu den Beschwerden dieser Uhrmacher im Zusammenhang mit den Nachverkaufs-Dienstleistungen wurde abgeschlossen. Die Vorabklärung richtete sich gegen die beiden hiesigen Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch sowie gegen LVMH Swiss Manufactures, Rolex, Audemars Piguet und Breitling.

Im Juli sind die Schweizer Uhrenexporte um 6,6 Prozent auf 1,82 Milliarden Franken gestiegen. Schon im ersten Halbjahr wurde ein Plus von knapp 11 Prozent verzeichnet, wobei das Wachstum im Juni allein 12 Prozent, im Mai 5,3 Prozent oder im April 14 Prozent betragen hatte.

Richemont vollzog im Juni im Rahmen der Vollübernahme des italienischen Onlinehändlers Yoox Net-a-Porter (YNAP) den nächsten Schritt und nahm deren Stammaktien über ein Delisting von der Börse in Mailand. Richemont besass ursprünglich bereits die Hälfte an YNAP und hatte im Januar für die restlichen Titel ein 2,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot lanciert. Bis Mitte Juni kam der Konzern so in den Besitz von 98,394 Prozent der YNAP-Anteile. Für die restlichen rund 1,6 Prozent ausstehenden Aktien hatte man ein Kraftloserklärungsverfahren ("Squeeze-out") gestartet.

Mit YNAP will Richemont den in der Welt von Luxusuhren und Schmuck immer wichtigeren Online-Verkaufskanal für die eigenen "Maisons" stärken. Bereits im Jahr 2015 hatte der Konzern die Tochter Net-a-Porter mit dem eigenständigen italienischen Internet-Kleiderhändler Yoox zur YNAP verschmolzen. Richemont beteiligte sich seinerzeit mit 50 Prozent an der neu geschaffenen Gesellschaft.

AKTIENKURS: Seit dem Erreichen des Kurshöchst im Mai bei 99,02 Franken, ist es mit den Richemont-Papieren stark nach unten gegangen. Sie haben seither rund 16 Prozent eingebüsst. Auslöser für diesen Kursrutsch sind Wachstumssorgen, insbesondere mit Blick auf das unsichere Umfeld im Welthandel.

Homepage: www.richemont.com

jl/mk

(AWP)