Ausblick Roche: 9-Monatsumsatz durchschnittlich bei 39,4 Mrd erwartet

Der Pharmakonzern Roche veröffentlicht am Donnerstag, 19. Oktober, die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017. Insgesamt haben zehn Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
18.10.2017 13:30
9Mte 17E
(in Mio CHF)           AWP-Konsens  9Mte 16A   

Umsatz Gruppe           39'417        37'505   
Umsatz Pharma           30'608        29'140   
Umsatz Diagnostics       8'768         8'365   


Q3 17E                                Q3 16A

Umsatz Gruppe           13'073        12'483  
Umsatz Pharma           10'086         9'680  
Umsatz Diagnostics       2'945         2'803  

FOKUS: Wenn Roche über die Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten berichtet, werden Investoren und Analysten auf zwei Punkte schauen: Einerseits, wie sich der Absatz der zuletzt eingeführten Mittel Tecentriq und Ocrevus entwickelt hat und andererseits, ob sich die ersten zugelassenen Biosimilars bereits auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt haben.

So werden beim Immun-Therapeutikum Tecentriq die Blicke gebannt auf die Absatzkurve gerichtet sein und ob das Mittel seine bisher gute Entwicklung weiter fortgesetzt hat. Beim MS-Mittel Ocrevus schreiben einige Analysten, sie seien gespannt, ob das Mittel seine steile Aufwärtskurve seit Markteinführung halten konnte und beim Krebsmittel Perjeta, ob es seine Marktanteile weiter ausgebaut hat. Perjeta stand zuletzt im Zuge der Aphinity-Studie im Fokus. Die Studie war nicht so erfolgreich, wie von einigen Marktteilnehmern erhofft worden war. Damit dürfte Perjeta es schwerer haben, die aktuelle Standardtherapie aus Herceptin plus Chemo abzulösen.

Was den Einfluss der ersten lancierte Biosimilar betrifft, gehen Analysten im Moment davon aus, dass sich ihr Einfluss noch in Grenzen halten dürfte. Für den Blockbuster Rituxan war dies das erste Quartal, in dem er sich gegen neu eingeführte Nachahmermedikamente behaupten musste. Daher dürfte der Einfluss noch vergleichsweise gering sein und erst in den kommenden Monaten wachsen.

Aber es sind nicht nur die Biosimilars, die Roche zu schaffen machen. Der Blockbuster Avastin bekommt nämlich verstärkt die Konkurrenz durch das noch vergleichsweise neue Feld der Immun-Onkologie zu spüren und verliert hier Marktanteile.

ZIELE: Mit der Vorlage der Halbjahreszahlen hat das Roche-Management auch seinen Ausblick angepasst und diesen leicht erhöht. So rechnen die Manager um CEO Severin Schwan nun damit, dass Roche in diesem Jahr zu konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erreichen wird. Der Gewinn soll in etwa gleichem Tempo wachsen. Zuvor hatte das Management ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Von Währungsseite hiess es zuletzt, dass die Einflüsse hier marginal ausfallen dürften - eine Einschätzung, die sich mit denen der meisten Analysten deckt.

PRO MEMORIA: Abgesehen von der Konkurrenz durch Biosimilars und Immun-Therapeutika hatte Roche zuletzt auch mit einigen Forschungsrückschlägen zu kämpfen. So hat das Prüfmedikament Lampalizumab zur Behandlung der Augenkrankheit geografische Atrophie (GA) die Studien-Ziele nicht erreicht.

Und auch in der Phase-III-Studie BRIM8 mit Zelobraf hat Roche die gesteckten Ziele (primärer Endpunkt) nicht erreicht. In der Studie war Zelobraf zur Behandlung von Patienten mit BRAF V600 Mutations-positivem Melanom eingesetzt worden, bei denen es zuvor bereits zu einem chirurgischen Eingriff gekommen war (adjuvant).

Auf der Erfolgsseite konnte der Pharmakonzern dagegen mit Zulassungen, etwa seines MS-Mittels Ocrevus in der Schweiz, oder des Immun-Therapeutikums Tecentriq in der EU zur Behandlung bestimmter Krebsarten ebenso wie den EU-Zulassungen von Gazyva und Actemra/RoActemra punkten.

AKTIENKURS: Die Genussscheine von Roche haben siet Jahresbeginn mit einem Plus von etwa 5% eine magere Performance hingelegt. Sie sind damit einer der schwächsten Werte im Leitindex SMI, bei dem ein Plus von etwa 13% zu Buche steht. Selbst der Konkurrent Novartis hat sich deutlich besser entwicklet. Es waren vor allem die Forschungsrückschläge und die detaillierten Studien-Ergebnisse, die den Papieren immer wieder zugesetzt haben.

Website: www.roche.com

hr/an/dm

(AWP)