Ausblick Roche: 9-Monatsumsatz von durchschnittlich 37,6 Mrd CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Pharmakonzern Roche veröffentlicht am Donnerstag, 20. Oktober, die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2016. Insgesamt haben neun Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
19.10.2016 14:20
9Mte 16
(in Mio CHF)        AWP-Konsens     9Mte 15

Umsatz Gruppe         37'577         35'525       
Umsatz Pharma         29'277         27'690       
Umsatz Diagnostics     8'300          7'835       


Q3 16                                 Q3 15

Umsatz Gruppe         12'555         11'940        
Umsatz Pharma          9'817          9'340        
Umsatz Diagnostics     2'738          2'600        

FOKUS: Wenn Roche seine Umsatzzahlen für das dritte Quartal veröffentlicht, rechnen einige Analysten damit, dass die Erlöse zwar weiter gestiegen sind, sich das Tempo aber etwas abgeschwächt hat. Dies begründen sie mit einem grösseren Rückgang bei den weniger wichtigen Produkten sowie ebenfalls etwas verhalteneren Verkaufszahlen in der Rituxan und Avastin Franchise.

Beim Ausblick wiederum erwarten die Experten, dass Roche seine bisherigen Ziele auch weiterhin verfolgen wird und hier keine Änderungen zu erwarten sind.

Viel interessanter als die Zahlen dürften aber vor allem die Aussagen zur Pipeline sein. Immerhin hatte erst vor knapp zwei Wochen der Onkologie-Kongress ESMO in Kopenhagen stattgefunden, bei dem Roche unter anderem Updates zu seinem Immun-Therapeutikum Tecentriq veröffentlich hat. Am 19. Oktober, also genau einen Tag vor den Zahlen hat die US-Gesundheitsbehörde FDA Tecentriq als Zweitlinien-Therapie von zuvor bereits behandeltem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen. Entsprechend gespannt dürften Investoren und Analysten auf ein paar weiterführende Antworten hoffen. (Siehe Pro Memoria für weitere Details)

ZIELE: Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Roche den bisherigen Ausblick bestätigt. Demnach rechnet der Konzern mit einem ähnlichen Wachstumstempo wie in den ersten sechs Monaten. Konkret heisst das: Der Umsatz soll 2016 zu konstanten Wechselkursen im unteren bis mittleren einstelligen Bereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel - ebenfalls zu konstanten Wechselkursen - soll etwas stärker wachsen. Roche geht zudem weiter davon aus, dass die Dividende in Schweizer Franken auch für das Jahr 2016 erhöht werden kann.

PRO MEMORIA: Nachdem Roche bereits durch den ESMO-Kongress mit seinem Immun-Therapeutikum Tecentriq ins Rampenlicht gerückt war, hält die US-Zulassung in der Indikation NSCLC die nach wie vor sehr junge Immun-Onkologie weiter im Fokus.

Roche hatte gerade erst auf dem Onkologie-Kongress einen tieferen Einblick in die Daten der OAK-Studie gegeben, in der Patienten mit dieser Art von Lungenkrebs mit Tecentriq behandelt worden waren. Das Mittel hatte in dieser Studie einen Überlebensvorteil gezeigt. Die Reaktionen auf Expertenseite fielen unter dem Strich positiv aus. Auch wenn es sich um eine Zweitlinien-Therapie handle und Konkurrenten wie Bristol-Myers-Squibb und Merck bereits auf dem Markt vertreten seien, so werde Roche auf jeden Fall für einen verstärkten Konkurrenzkampf sorgen.

Erfolge hat Roche seit den Halbjahreszahlen im Juli auch für sein Mittel Alecensa in der Erstlinien-Therapie von ALK-positivem, metastatischen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) vermeldet. Die FDA hatte dem Mittel in dieser Indikation ein zweites Mal den Status Therapiedurchbruch erteilt. In der Zweitlinien-Therapie hat Alecensa diesen Status bereits im Juni 2013 von der FDA erhalten.

So stark der Pharmakonzern auch in der Onkologie ist, ein weiterer potenzieller Blockbuster befindet sich derzeit im beschleunigten Zulassungsverfahren bei der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Behandlung von Multipler Sklerose. Für den Produktkandidaten Ocrevus (Ocrelizumab) hatte Roche zuletzt positive Phase-III-Daten vorgelegt. Ocrevus hat laut der jüngsten Analysen die Kontrolle sowohl über schubförmig-remittierende Multiple Sklerose (RMS) als auch die primär progrediente multiple Sklerose (PPMS) erhöht. Mit einem Entscheid der US-Behörde ist bis spätestens Ende Dezember zu rechnen.

So gut das alles auch klingt, herrscht auf Investorenseite weiterhin Vorsicht. Denn Richtung Ende dieses, Anfang nächsten Jahres stehen die Ergebnisse der APHINITY-Studie an. Sie testet die breitere Bedeutung von Perjeta in der adjuvanten Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium. Analysten schreiben immer wieder, dass Unsicherheit über den Ausgang dieser Studie ein Hemmschuh für die Aktien sei.

AKTIENKURS: Ein Blick auf den bisherigen Kursverlauf der Roche-Genussscheine in diesem Jahr stützt diese Vermutung. Mit einem Kursverlust von knapp 16% seit Jahresbeginn haben sich die Papiere deutlich schlechter als der Leitindex SMI entwickelt, der zeitgleich etwa 8% eingebüsst hat. Aber auch gegenüber dem Konkurrenten Novartis (-12%) fällt der Abschlag bei Roche grösser aus.

Website: www.roche.com

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(AWP)