Ausblick Roche: Halbjahresumsatz von gut 26 Mrd CHF erwartet

Der Pharmakonzern Roche veröffentlicht am Donnerstag, 27. Juli, die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2017. Insgesamt haben 13 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
26.07.2017 14:30
H1 17E
(in Mio CHF)       AWP-Konsens     H1 16A    

Umsatz:
- Gruppe              26'098       25'022   
- Pharma              20'207       19'460  
- Diagnostics          5'872        5'562    
Core-EBIT Gruppe       9'879        9'854 

in CHF  
Core-EPS Gruppe         7,93         7,74   

FOKUS: Wenn Roche über den Geschäftsverlauf der ersten sechs Monate berichtet, werden Investoren und Analysten vor allem wissen wollen, wie gut die Umsätze mit den beiden neueren Mitteln Tecentriq zur Krebsbehandlung und Ocrevus gegen Multiple Sklerose laufen. Denn mehr als in jüngster Vergangenheit steht Roche unter verstärktem Druck durch Patentabläufe wichtiger Blockbuster und dem Markteintritt von Nachahmerprodukten. Bei dem wichtigen Avastin kommt erschwerend hinzu, dass es auch durch die neuen Therapeutika aus der Immun-Onkologie Wettbewerbsdruck erfährt.

Nachdem die Daten der Aphinity-Studie eher enttäuscht aufgenommen wurden, dürfte sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auch auf die Her2-Krebsfranchise richten und wie Roche plant, hier seine bislang führende Stellung zu verteidigen.

Fragen dürfte es zudem auch noch zu den Pipeline-Produkten geben, etwa dem Hämophilie-Kandidaten ACE910. Hier konnte Roche mit der Wirksamkeit zwar überzeugen, gravierende Nebenwirkungen bei einigen Patienten haben aber aufgeschreckt. Roche wird den Markt überzeigen müssen, dass diese Vorfälle vornehmlich auf ein Zusammenspiel mit Shires FEIBA zurückzuführen war und dass dieses Risiko handhabbar ist.

ZIELE: Zuletzt bestätigte das Roche-Management Mitte Juni seine bisherige Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz zu konstanten Wechselkursen im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Beim Kerngewinn je Titel soll ein ähnliches Wachstum erzielt werden.

PRO MEMORIA: Für sein Immun-Therapeutikum Tecentriq hat Roche gerade erst vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Agentur EMA eine Zulassungsempfehlung als Zweitlinientherapie zur Behandlung bestimmter Formen von Blasen- und Lungenkrebs erhalten. In den USA ist das Präparat vergangenen Herbst für die Behandlung einer speziellen metastasierenden Form des nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen und bereits seit Mai 2016 zur Behandlung einer bestimmten Form von Blasenkrebs.

Enttäuschend war dagegen die Phase-III-Studie IMvigor211 mit dem Immun-Therapeutikum verlaufen. In dieser Studie war Tecentriq in der Behandlung von Patienten mit einer bestimmten Form von lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Blasenkrebs (mUC) getestet, bei denen die Krankheit während oder nach der Behandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie fortgeschritten ist.

Noch schwerer hat aber anlässlich des diesjährigen Fachkongresses ASCO die Aphinity-Studie gewogen. Roche hatte im März noch mitgeteilt, dass die Studie ihre Ziele erreicht hatte. Die detaillierten Daten sorgten dann aber für lange Gesichter bei Investoren und Analysten. In den USA haben die Kursbewegungen immerhin dazu geführt, dass die amerikanische Anwaltskanzlei Goldberg Law PC aus Chicago eine Sammelklage gegen den Pharmakonzern Roche einreichen will.

AKTIENKURS: Die Genussscheine von Roche haben seit Jahresbeginn etwas mehr als 4% hinzugewonnen. Damit gehören sie zum hinteren Drittel unter den SMI-Werten. Der Leitindex hat sich mit einem Plus von bislang etwas mehr als 8% besser gehalten.

Website: www.roche.com

hr/ab

(AWP)